Bilanz Check-up 2020: Natio... / 1.1.1 SaaS-Verträge: Einführung und Problemstellung

Vor dem Hintergrund begrenzter Sach- und Personalressourcen, aber auch um flexibel auf sich verändernde Anforderungen reagieren zu können, um Kompetenzen von spezialisierten Dienstleistern in Anspruch zu nehmen und nicht zuletzt um Kostenvorteile zu nutzen, lagern Unternehmen häufig betriebliche Prozesse und Funktionen auf andere (Dienstleistungs-)Unternehmen aus (Outsourcing). Dieses Outsourcing kann auch die Auslagerung rechnungslegungsrelevanter Prozesse und Funktionen zum Gegenstand haben. Zunehmend umfasst die Auslagerung dieser Prozesse und Funktionen auch die für die Erbringung der Dienstleistung erforderliche Bereitstellung von IT-Systemen (IT-Outsourcing). Das auslagernde Unternehmen hat den Vorteil eines geringeren Investitionsrisikos und kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Eine spezielle Form des IT-Outsourcing stellen Dienstleistungen i. R. d. sog. Cloud-Computing dar. Solche Dienstleistungen werden vom Dienstleistungsunternehmen regelmäßig über Internet- und andere Breitbandtechnologien dem auslagernden Unternehmen auf Abruf zur Verfügung gestellt (vgl. IDW RS FAIT 5 Tz. 6 f.).

Beim Cloud-Computing lassen sich verschiedene Bereitstellungs- oder Liefermodelle, wie "Public Cloud", "Private Cloud", "Community Cloud" und "Hybrid Cloud" (vgl. IDW RS FAIT 5 Tz. 12) oder Mischformen daraus, wie "Virtual Private Cloud" und "Multi Cloud", unterscheiden. Nach dem Charakter der zur Verfügung gestellten Dienstleistung sind beim Cloud-Computing 3 verschiedene Servicemodelle Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) anzutreffen (vgl. IDW RS FAIT 5 Tz. 9), Letzteres auch als Software on Demand bezeichnet.

Bei dem in der Praxis zunehmend an Bedeutung gewinnenden Servicemodell Software as a Service (SaaS) nutzt das auslagernde Unternehmen als Dienstleistung eine IT-Anwendung aus der Cloud des Dienstleistungsunternehmens. Dies kann bspw. eine Anlagenbuchführungssoftware oder eine Software zur Verwaltung der Kundenbeziehungen sein. I. d. R. hat das auslagernde Unternehmen dabei keinen Einfluss auf die der genutzten IT-Anwendung zugrunde liegende IT-Infrastruktur. Vielmehr greift das auslagernde Unternehmen online (gegen ein festes oder variables Entgelt) auf eine Software zu, die auf der IT-Infrastruktur eines externen IT-Dienstleisters betrieben wird. Ggf. werden in der IT-Anwendung anwenderspezifische Parametereinstellungen vorgenommen.

Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob und wie die im Zusammenhang mit SaaS-Verträgen genutzten IT-Anwendungen (Software) sowie die anfallenden Implementierungskosten (für den "Anschluss" der Software an die verbliebenen betrieblichen Prozesse) beim auslagernden Unternehmen zu berücksichtigen sind. Hierbei ist zu unterscheiden, ob das auslagernde Unternehmen wirtschaftlicher Eigentümer der Software wird oder nicht.

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