Bilanz Check-up 2019: Natio... / 5.2.2 Maßgeblicher Berichtszeitraum, erster Entgeltbericht, Folgebericht

Kalenderjahrgleiches Geschäftsjahr

Gem. § 25 Abs. 3 EntgTranspG ist der erste Entgeltbericht – unabhängig vom tatsächlichen Geschäftsjahr des Unternehmens – für das Kalenderjahr 2016, also für den Zeitraum vom 1.1.2016 bis zum 31.12.2016, zu erstellen. Gem. § 22 Abs. 4 EntgTranspG ist dieser Bericht dem nächsten Lagebericht nach § 289 HGB als Anlage beizufügen, der dem jeweiligen Berichtszeitraum folgt. Bei einem kalenderjahrgleichen Geschäftsjahr ist mithin der erste Entgeltbericht im Jahr 2018 für das Kalenderjahr 2016 zu erstellen, dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 als Anlage beizufügen und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.

Im Gefolge ist der Entgeltbericht von tarifgebundenen und tarifanwendenden Arbeitgebern alle 5 Jahre und von allen anderen Arbeitgebern alle 3 Jahre zu erstellen und zu veröffentlichen. Zu berichten ist jeweils über die vergangenen 5 bzw. 3 Kalenderjahre. Ausgehend vom erstmaligen Aufstellungszeitraum, dem Kalenderjahr 2018, müssen tarifgebundene und tarifanwendende Arbeitgeber ihren Folge-Entgeltbericht damit im Kalenderjahr 2023 erstellen und dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 beifügen (§§ 25 Abs. 2, 22 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 4 EntgTranspG). Die folgenden Entgeltberichte sind dann in den Jahren 2028, 2033 usw. zu erstellen. Alle anderen Arbeitgeber sind im Kalenderjahr 2021 (2024, 2027, …) zur Folgeberichterstattung verpflichtet (§§ 25 Abs. 2, 22 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 4 EntgTranspG).

Vom Kalenderjahr abweichendes Geschäftsjahr

Gem. § 25 Abs. 3 EntgTranspG ist der erste Entgeltbericht – unabhängig vom tatsächlichen Geschäftsjahr des Unternehmens – für das Kalenderjahr 2016 zu erstellen. Gem. § 22 Abs. 4 EntgTranspG ist dieser Bericht dem nächsten Lagebericht nach § 289 HGB als Anlage beizufügen, der dem jeweiligen Berichtszeitraum folgt. Für Unternehmen mit einem vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahr kann dies sowohl der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016/2017 als auch der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017/2018 sein. Gleichzeitig schreibt § 25 Abs. 2 EntgTranspG allerdings die erstmalige Erstellung des Entgeltberichts im (Kalender-)Jahr 2018 vor.

Wurde der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016/2017 bereits bis zum 31.12.2017 offengelegt, ist der Entgeltbericht für das Kalenderjahr 2016 als Anlage dem nächsten Lagebericht i. S. d. § 22 Abs. 4 EntgTranspG, d. h. dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017/2018 beizufügen und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen, da der erste Entgeltbericht im Jahr 2018 zu erstellen ist (§ 25 Abs. 2 EntgTranspG).

Ausgehend vom erstmaligen Aufstellungszeitraum, dem Kalenderjahr 2018, müssen tarifgebundene und tarifanwendende Arbeitgeber ihren Folge-Entgeltbericht in 5 Jahren und damit im Kalenderjahr 2023 erstellen (§§ 25 Abs. 2, 22 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 4 EntgTranspG). Der Berichtszeitraum umfasst sodann die Kalenderjahre 2017 bis 2021. Wird der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021/2022 bis zum 31.12.2022 offengelegt, ist der Entgeltbericht erst dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023 als Anlage beizufügen und mit diesem zusammen offenzulegen. Andernfalls wird der Entgeltbericht dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021/2022 beigefügt. Alle anderen Arbeitgeber sind im Kalenderjahr 2021 zur Folgeberichterstattung über die Kalenderjahre 2017 bis 2019 verpflichtet (§§ 25 Abs. 2, 22 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 4 EntgTranspG). Für die Offenlegung gilt das Vorstehende analog.

 

Praxis-Beispiel

Kapitalgesellschaft K sei alle 3 Jahre zur Erstellung eines Entgeltberichts verpflichtet. Das Geschäftsjahr von K läuft – abweichend vom Kalenderjahr – vom 1.7. bis zum 30.6. des Folgejahres. K hat erstmals 2018 für das Kalenderjahr 2016 einen Entgeltbericht zu erstellen. Sofern der Lagebericht für das Geschäftsjahr, das am 30.6.2017 endet, noch vor Ablauf des 31.12.2017 offengelegt wird, muss K den Entgeltbericht erst dem Lagebericht für das Geschäftsjahr, das am 30.6.2018 endet, als Anlage beifügen und zusammen mit dem Lagebericht innerhalb der für den Lagebericht geltenden gesetzlichen Offenlegungsfrist veröffentlichen (ggf. erst im Jahr 2019). Wird der Lagebericht erst nach dem 31.12.2017 offengelegt, muss der Entgeltbericht bereits dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016/2017 als Anlage beigefügt und mit diesem zusammen offengelegt werden.

Den nächsten Entgeltbericht hat K 3 Jahre später, also im Kalenderjahr 2021, zu erstellen. Der Berichtszeitraum umfasst sodann die Kalenderjahre 2017 bis 2019. Sofern der Lagebericht für das Geschäftsjahr, das am 30.6.2020 endet, noch vor dem 31.12.2020 offengelegt wird, muss K den Entgeltbericht erst dem Lagebericht für das Geschäftsjahr, das am 30.6.2021 endet, als Anlage beifügen und zusammen mit dem Lagebericht innerhalb der für den Lagebericht geltenden gesetzlichen Offenlegungsfrist veröffentlichen (ggf. erst im Jahr 2022).

 

Literatur

  • Philippsen/Sultana, Ausgewählte Zweifelsfragen zur Erstellung und Offenlegung eines Entgeltberichts als Anlage zum Lagebericht, KoR 2018, S. 135 ff.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge