Bilanz Check-up 2019: Natio... / 2.8.3 Befreiender Konzernabschluss nach PublG

Im Anwendungsbereich der §§ 264 Abs. 3, 264b HGB ist – in Ermangelung von Offenlegungserleichterungen im HGB – der aufgestellte (und geprüfte) Konzernabschluss offen zu legen. Im Anwendungsbereich der §§ 264 Abs. 4, 264b HGB ist fraglich, ob ein Konzernabschluss einer Personen(handels)gesellschaft (≠ § 264a HGB) nach dem PublG bei Inanspruchnahme (nur) von Offenlegungserleichterungen befreiend i. S. v. §§ 264 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5c, 264b Nr. 4 Halbsatz 1 HGB ist. Die Offenlegungserleichterungen umfassen den

  • zusammengefassten Ausweis des Eigenkapitals (§ 9 Abs. 3 PublG analog) und/oder
  • Verzicht auf die Offenlegung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zugunsten bestimmter Angaben im Konzernanhang und/oder
  • Verzicht auf die die Konzern-GuV betreffenden Angaben (soweit sie sich aus dem HGB ergeben) im Konzernanhang.

Dagegen erfolgt kein Verzicht auf die Angabe der Organbezüge nach § 13 Abs. 3 Satz 1 PublG.

Da § 264 Abs. 4 Halbsatz 1 HGB nur § 13 Abs. 3 Satz 1 PublG (= kein Verzicht auf die Offenlegung der Organbezüge) nennt, ist die Inanspruchnahme anderer, sich aus dem PublG ergebender Erleichterungsmöglichkeiten für den Konzernabschluss für die Befreiung von Tochterunternehmen nach den §§ 264 Abs. 4, 264b HGB nicht schädlich. Hinzu kommt, dass es der Gesetzgeber im Zuge des KapCoRiLiG (und auch später) unterlassen bzw. nicht für erforderlich erachtet hat, in §§ 264 Abs. 4, 264b HGB die Offenlegung des aufgestellten PublG-Konzernabschlusses (d. h. ohne Inanspruchnahme von Offenlegungserleichterungen des PublG) anzuordnen (so HFA, IDW-Life 2018, S. 849 f.).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge