Bilanz Check-up 2019: Natio... / 2.6 Anpassung IDW RS HFA 31 an DRS 24

Mit IDW RS HFA 31 n. F. hat sich das IDW auch hinsichtlich der Zulässigkeit einer Nachaktivierung von Herstellungskosten an DRS 24 angepasst.

Bei der Entwicklung eines immateriellen Vermögensgegenstandes sind häufig vor der Erfüllung der Ansatzkriterien (§ 248 Abs. 2 HGB) Vorbereitungshandlungen erforderlich, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken können. Fraglich ist, ob und inwieweit diese Aufwendungen als Teil der Herstellungskosten des immateriellen Vermögensgegenstandes aktiviert werden können, sofern sie bereits in Vorjahren angefallen sind.

Abb. 1: Entwicklungsphasen eines immateriellen Vermögensgegenstandes im Zeitablauf

Der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung "Aktivierung von Herstellungskosten" (IDW RS HFA 31 a. F.), Tz. 8 Satz 2 folgend, konnten Herstellungskosten, die mangels ansatzbegründender Konkretisierung des Vermögensgegenstands bereits im Vorjahresabschluss aufwandswirksam erfasst wurden, aus Vereinfachungsgründen in der folgenden Periode (nach-)aktiviert werden. Im Beispiel der Abb. 1 bedeutet dies, dass bei der Ermittlung der Herstellungskosten des (immateriellen) Vermögensgegenstandes neben den Aufwendungen ab der Erfüllung der Ansatzkriterien sowie die Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen im 1. Halbjahr 02 aktiviert müssen und darüber hinaus auch die aus dem Geschäftsjahr 01 (nach-)aktiviert werden dürfen.

Demgegenüber sehen die Regelungen in DRS 24.86 vor, dass die Aktivierbarkeit von Aufwendungen auf das Geschäftsjahr beschränkt ist, in dem die Ansatzkriterien des immateriellen Vermögensgegenstandes erfüllt werden. Ausgaben, die in einem (vorhergehenden) Abschluss bereits als Aufwand erfasst wurden, dürfen nicht (nach-)aktiviert werden. Im Beispiel dürfen daher neben den Aufwendungen ab der Erfüllung der Ansatzkriterien im Geschäftsjahr 02 nur noch die Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen des Geschäftsjahres 02, nicht jedoch für das vorherige Geschäftsjahr 01 aktiviert werden.

Mit IDW RS HFA 31 a. F., Tz. 8 wurde die Abweichung zu DRS 24.86 hinsichtlich der Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen, die vor dem Stichtag angefallen sind, eingeebnet. Demnach dürfen vor dem Abschlussstichtag angefallene Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen für die Herstellung eines Vermögensgegenstandes in Abschlüssen späterer Perioden nicht mehr (nach-)aktiviert werden.

 

Literatur

  • Beine/Roß, Bilanzierung von Software – Zur Anpassung von IDW RS HFA 11 und IDW RS HFA 31 an DRS 24, WPg 2018, S. 283 ff.

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