Bilanz Check-up 2019: Inter... / 6 DRSC Interpretation (IFRS) 4: Bilanzierung von ertragsteuerlichen Nebenleistungen nach IFRS

Am 5.9.2018 hat das DRSC die "DRSC Interpretation (IFRS) 4: Bilanzierung von ertragsteuerlichen Nebenleistungen nach IFRS" veröffentlicht. Die Interpretation ist eine Reaktion auf die IFRS IC Agenda-Entscheidung aus dem September 2017 zum Thema "IAS 12: Zinsen und Strafzahlungen". Für eine Darstellung der IFRS IC Agenda-Entscheidung verweisen wir auf den Bilanz Check-up 2018, Kap. 4.5, S. 177. Die Regelungen sind auf steuerliche Nebenleistungen i. S. d. § 3 Abs. 4 AO anzuwenden, die sich auf tatsächliche Ertragsteuern i. S. d. IAS 12.5 beziehen.

Ertragsteuerliche Nebenleistungen sind nach IAS 37 und nicht nach IAS 12 zu bilanzieren. Die Bilanzierung nach IAS 12 scheidet aus, weil diese Nebenleistungen nicht auf Grundlage des zu versteuernden Gewinns berechnet werden und somit die Definition von Ertragsteuern nach IAS 12.2 nicht erfüllen. Eine gegenwärtige Verpflichtung liegt dann vor, wenn sich ein Unternehmen dieser nicht durch vorzeitige Zahlung an die Finanzbehörde entziehen kann. Sollten die Ansatzkriterien des IAS 37.14 für den Ansatz einer Rückstellung erfüllt sein, ist diese mit der bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zu bewerten. Ein Anspruch aus ertragsteuerlichen Nebenleistungen ist anzusetzen, wenn der Zufluss des wirtschaftlichen Nutzens so gut wie sicher (virtually certain) ist. Die Höhe des Erstattungsbetrags von der Finanzverwaltung sollte zu diesem Zeitpunkt regelmäßig bekannt sein.

Ertragsteuerliche Nebenleistungen sind als sonstiger Vermögenswert bzw. sonstige Rückstellung/Verbindlichkeit auszuweisen. In der Gesamtergebnisrechnung erfolgt ein Ausweis in Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Gehalt. Ein Ausweis als Steueraufwand bzw. Steuerertrag scheidet aus. Sofern die Bilanzierung von ertragsteuerlichen Nebenleistungen wesentliche Auswirkungen auf den Abschluss hat, sind hierzu Angaben zu machen. Kommt es zur Änderung der Bilanzierungsweise infolge der Verlautbarung, ist diese als Methodenänderung und nicht als Fehlerkorrektur zu behandeln.

In einer ergänzenden Klarstellung hat das DRSC beschlossen, dass die Interpretation erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden ist, die am oder nach dem 1.1.2018 beginnen.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge