Bilanz Check-up 2019: Inter... / 5.1 IFRS 3: Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten (November 2017)

Das IFRS IC wurde gebeten zu klären, wie die Kaufpreisallokation beim Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten, welche keinen Geschäftsbetrieb darstellen, erfolgen soll, wenn die Summe der individuellen beizulegenden Zeitwerte nicht dem Kaufpreis entspricht und die identifizierten Vermögenswerte und Schulden sowohl zu Anschaffungskosten als auch nach anderen Methoden bewertet werden.

Gemäß IFRS 3 sind bei einem Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten alle identifizierten Vermögenswerte und Schulden anzusetzen und die Anschaffungskosten der Gruppe auf Grundlage der beizulegenden Zeitwerte auf die einzelnen Vermögenswerte und Schulden zu verteilen. Andere Standards, wie z. B. IFRS 9, fordern dagegen eine erstmalige Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.

Das IFRS IC sieht 2 Möglichkeiten zur Erfassung dieses Sachverhalts.

  • Es kann zuerst die Verteilung auf Basis der relativen beizulegenden Zeitwerte erfolgen mit anschließender Anwendung der Regelungen zur erstmaligen Bewertung nach den jeweiligen Standards. Etwaige Differenzen zwischen erstmaliger Bewertung und individuellem Erwerbspreis sind gemäß den für die jeweiligen Vermögenswerte und Schulden anzuwendenden Standards zu bilanzieren. Beispielsweise sieht der IFRS 9 bei einem Abweichen von beizulegenden Zeitwert und Transaktionspreis eine erfolgswirksame Erfassung vor, sofern für die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts ausschließlich Daten aus beobachtbaren Märkten verwendet werden (IFRS 9.B5.1.2A).
  • Alternativ werden zuerst alle Vermögenswerte und Schulden, welche nicht zu Anschaffungskosten erfasst werden, entsprechend des jeweiligen Standards bewertet. Anschließend werden diese Beträge vom Gesamtkaufpreis abgezogen und der verbleibende Teil des Kaufpreises auf die übrig gebliebenen Vermögenswerte und Schulden auf Basis der relativen beizulegenden Zeitwerte allokiert. Die gewählte Methode ist stetig anzuwenden.

Das IFRS IC hat beschlossen, den Sachverhalt nicht auf die Agenda zu nehmen, da es nicht davon ausgeht, dass es zu wesentlichen Unterschieden zwischen den beiden Methoden kommt.

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