Bilanz Check-up 2019: Inter... / 2.3 Änderungen an IFRS 9: Vorfälligkeitsentschädigungen mit negativer Ausgleichsleistung

Der IASB hat am 12.10.2017 die "Änderungen an IFRS 9: Vorfälligkeitsentschädigungen mit negativer Ausgleichsleistung" veröffentlicht. Die Änderungen regeln, ob vertragliche Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen (SPPI-Kriterium), wenn die Vertragsbedingungen ein vorzeitiges Zurückzahlen mit negativer Ausgleichsleistung erlauben.

IFRS 9 regelt, dass eine Kündigungsoption nicht schädlich für die Erfüllung der Zahlungsstrombedingungen ist, wenn der vorzeitig zurückzuzahlende Betrag im Wesentlichen nicht geleistete Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellt. Ein angemessenes zusätzliches Entgelt für die vorzeitige Beendigung des Vertrags ist unschädlich.

Durch die Änderungen wurde klargestellt, dass ein angemessenes Entgelt für die vorzeitige Beendigung auch negativ sein kann. Dies gilt unabhängig davon, welches Ereignis oder welcher Umstand die vorzeitige Beendigung des Vertrags bewirkt. So kann eine Partei beispielsweise auch ein angemessenes Entgelt erhalten, wenn sie sich für eine vorzeitige Beendigung des Vertrags entscheidet.

Die Änderungen sind rückwirkend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1.1.2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Wenn die Änderungen zusammen mit IFRS 9 erstmalig angewendet werden, sind die allgemeinen Übergangsvorschriften des IFRS 9 anzuwenden. Ist dies nicht der Fall, ist eine frühere Designation zum beizulegenden Zeitwert aufzuheben, wenn die Zahlungsstrombedingungen aufgrund der Änderungen erfüllt sind. Die Umklassifizierung muss rückwirkend erfolgen. Eine Anpassung früherer Perioden ist nur dann gestattet, wenn dies ohne Verwendung späterer besserer Erkenntnisse möglich ist (without the use of hindsight).

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