Bilanz Check-up 2019: Inter... / 2 Verabschiedete Standards und Interpretationen für nach dem 31.12.2018 beginnende Geschäftsjahre

2.1 Übersicht über die nach dem Geschäftsjahr 2018 anzuwendenden IFRS

Die nachfolgenden Übersichten bieten einen Überblick über die nach dem 31.12.2018 anzuwendenden, vom IASB verabschiedeten Standards und Interpretationen (Rechtsstand vom 1.9.2018). Diese wurden bisher nur teilweise von der EU endorsed. Aufgrund von IASB- und EU-Aktivitäten können sich im weiteren Verlauf des Jahres 2018 und in den ersten Monaten des Jahres 2019 noch Änderungen ergeben.

 
Bezeichnung Veröffentlichung Zeitlicher Anwendungsbereich in der EU1
durch den IASB im EU- Amtsblatt
IFRS 16: Leasingverhältnisse 13.1.2016 9.11.2017 1.1.2019
Änderungen an IFRS 9: Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung 12.10.2017 26.3.2018 1.1.2019
1 Sofern nichts anderes angegeben ist, sind die Verlautbarungen erstmals in der Berichtsperiode anzuwenden, die am oder nach dem angegebenen Zeitpunkt beginnt. Eine vorzeitige Anwendung ist i. d. R. zulässig. Zu Einzelheiten vgl. die Bestimmungen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens und die Übergangsvorschriften in den jeweiligen Verlautbarungen.

Tab. 2: Übersicht über Verlautbarungen mit erfolgtem EU-Endorsement und Erstanwendungszeitpunkt nach dem 31.12.2018

 
Bezeichnung Veröffentlichung durch den IASB Zeitlicher Anwendungsbereich1 Endorsement erwartet in2
IFRIC 23: Ungewissheit über die ertragsteuerliche Behandlung 7.6.2017 1.1.2019 Q3 2018
Änderungen an IAS 28: Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 12.10.2017 1.1.2019 2018
Verbesserungen zu IFRS 2015–2017 12.12.2017 1.1.2019 2018
Änderungen an IAS 19: Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen 7.2.2018 1.1.2019 2018
Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS Standards 29.3.2018 1.1.2020 2019
IFRS 17: Versicherungsverträge 18.5.2017 1.1.2021 3
1 Sofern nichts anderes angegeben ist, sind die Verlautbarungen erstmals in der Berichtsperiode anzuwenden, die am oder nach dem angegebenen Zeitpunkt beginnt. Eine vorzeitige Anwendung ist i. d. R. zulässig. Zu Einzelheiten vgl. die Bestimmungen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens und die Übergangsvorschriften in den jeweiligen Verlautbarungen.
2 Vgl. EFRAG, The EU endorsement status report, Position as at 15/8/2018, abrufbar unter http://www.efrag.org/ (Abrufdatum: 15.10.2018).
3 Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses ist der Endorsement-Prozess noch in einer frühen Phase, sodass keine Einschätzung über den erwarteten Endorsement-Zeitpunkt abgegeben werden kann.

Tab 3: Übersicht über Verlautbarungen mit ausstehendem EU-Endorsement und Erstanwendungszeitpunkt nach dem 31.12.2018

2.2 IFRS 16: Leasingverhältnisse

Der IASB hat am 13.1.2016 den "IFRS 16: Leasingverhältnisse" veröffentlicht. Dieser ersetzt IAS 17 nebst zugehörigen Interpretationen. Während IFRS 16 vergleichsweise wenige Auswirkungen auf die Bilanzierung durch Leasinggeber haben wird, wurde die Bilanzierung auf Leasingnehmerseite durch den Ansatz eines Nutzungsrechts grundlegend geändert. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1.1.2019 beginnen.

Um den Übergang von IAS 17 auf IFRS 16 zu erleichtern, sieht IFRS 16 verschiedene Übergangsvorschriften vor, wovon im Folgenden ausgewählte Aspekte erläutert werden. Zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung kann auf eine Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis beinhaltet, verzichtet werden. Stattdessen sind die bisher als Leasingverhältnis bilanzierten Verträge weiterhin als Leasingverhältnisse anzusehen. Auf Vereinbarungen, die früher nicht als Leasingverhältnis eingestuft wurden, muss der neue Standard nicht angewendet werden.

Für die identifizierten Leasingverhältnisse kann, statt einer vollständigen rückwirkenden Anwendung des IFRS 16 im Einklang mit IAS 8, eine modifiziert retrospektive Anwendung erfolgen. In diesem Fall wird die Vergleichsperiode nicht angepasst und entstehende Differenzen im Zeitpunkt des Beginns der Berichtsperiode, für die das Unternehmen IFRS 16 erstmalig anwendet, als Anpassung des Eröffnungsbilanzwertes der Gewinnrücklagen (oder ggf. einer anderen Eigenkapitalkomponente) erfasst. Für ehemalige Operating-Leasingverhältnisse besteht das Wahlrecht, diese bei Erstanwendung des Standards mit dem Wert der dazugehörigen Leasingverbindlichkeit anzusetzen. Zusätzlich sehen die Übergangsvorschriften weitere praktische Behelfe für zuvor als Operating-Leasingverhältnisse eingestufte Leasingverträge vor. Es kann z. B. ein einziger Abzinsungssatz für ein Portfolio ähnlich ausgestalteter Leasingverträge verwendet werden. Außerdem können anfängliche direkte Kosten bei der Bewertung des Nutzungsrechts unberücksichtigt bleiben und die Laufzeit bei Verträgen mit Verlängerungs- oder Kündigungsoption rückwirkend bestimmt werden. Endet ein Leasingverhältnis innerhalb eines Jahres nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung, kann ein Leasingnehmer dieses als kurzfristiges Leasingverhältnis bilanzieren und die in dem Jahr anfallenden Kosten als Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse ausweisen.

Derzeit plant der IASB das erläuternde Beispiel 13 des IFRS 16 im Rahmen des nächsten Annual Improvement Proje...

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