Bilanz Check-up 2019: Inter... / 1.2 IFRS 15: Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Der IASB hat am 28.5.2014 den "IFRS 15: Erlöse aus Verträgen mit Kunden" veröffentlicht. Er ersetzt IAS 11 und IAS 18 nebst zugehörigen Interpretationen und ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1.1.2018 beginnen. Für den Übergang auf IFRS 15 erlaubt der Standard entweder einen vollständigen rückwirkenden Ansatz oder einen modifizierten rückwirkenden Ansatz. Für beide Ansätze sieht IFRS 15 Angabepflichten beim Übergang auf IFRS 15 vor. Diese sind einmalig im Jahr des Übergangs zu machen. Darüber hinaus sind auch die Regelungen des IAS 8.28 bei erstmaliger Anwendung eines neuen Standards zu beachten.

Für den vollständigen rückwirkenden Ansatz sieht IFRS 15 neben den Regelungen des IAS 8.28 folgende Anhangangaben und Erstanwendungserleichterungen zu den Anhangangaben vor:

  • Die gemäß IAS 8.28(f) anzugebenden Korrekturbeträge sind gemäß IFRS 15.C4 lediglich für die unmittelbar vorausgehende Berichtsperiode anzugeben. Eine Angabe für die laufende Berichtsperiode oder für frühere Vergleichsperioden ist gestattet aber nicht verpflichtend.
  • Wenn ein Unternehmen einen praktischen Behelf gemäß IFRS 15.C5 in Anspruch nimmt, hat es die in Anspruch genommenen praktischen Behelfe anzugeben (IFRS 15.C6(a)).
  • Die erwarteten Auswirkungen der Inanspruchnahme der praktischen Behelfe sind qualitativ zu beurteilen (IFRS 15.C6(b)).

Für den modifizierten rückwirkenden Ansatz sieht der IFRS 15 folgende Anhangangaben vor:

  • Für jeden einzelnen betroffenen Abschlussposten den aus der Anwendung dieses Standards resultierenden Anpassungsbetrag, der sich im Vergleich zu den vor der Änderung geltenden Bestimmungen ergibt;
  • Erläuterungen und Gründe für die identifizierten wesentlichen Änderungen;
  • wenn ein Unternehmen einen praktischen Behelf gemäß IFRS 15.C7A in Anspruch nimmt, hat es die in Anspruch genommenen praktischen Behelfe anzugeben (IFRS 15.C6(a));
  • die erwarteten Auswirkungen der Inanspruchnahme der praktischen Behelfe sind qualitativ zu beurteilen (IFRS 15.C6(b)).

Neben den beschriebenen Angabepflichten, sind auch die Vorschriften des IAS 1 heranzuziehen. Gemäß IAS 1 ist eine dritte Bilanz aufzustellen, wenn das Unternehmen eine Rechnungslegungsmethode rückwirkend anwendet und sich die rückwirkende Anwendung wesentlich auf die Angaben in der Bilanz der vorangegangenen Berichtsperiode auswirkt. Zu dieser dritten Bilanz auf den Beginn der vorangegangenen Periode sind im Grundsatz keine Anhangangaben zu machen (IAS 1.40C).

Im März 2018 hat das IFRS IC entschieden, verschiedene Sachverhalte im Kontext des IFRS 15 nicht auf ihre Agenda zu nehmen. In allen Sachverhalten ging es um die Umsatzerfassung bei Immobiliengeschäften.

Aus der Agenda-Entscheidung "Erlösrealisierung bei einem Immobilienvertrag" wurde über den Sachverhalt hinaus klargestellt, dass es bei der Beurteilung, ob gem. IFRS 15.35(c) ein Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen vorliegt, nur auf das Bestehen eines Anspruchs, nicht aber auf die Wahrscheinlichkeit der Durchsetzung des Anspruchs durch das Unternehmen oder auf die Wahrscheinlichkeit einer Beendigung des Vertrags durch den Kunden ankommt.

Aus der Agenda-Entscheidung "Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen" geht hervor, dass Wiederverkaufserlöse bei der Berücksichtigung von IFRS 15.35(c) außer Betracht bleiben. Diese stellen eine Gegenleistung aus dem Wiederverkauf dar und sind keine Zahlungen für bereits erbrachte Leistungen aus dem ursprünglichen Vertrag. Nur Zahlungen aus dem ursprünglichen Vertrag sind indes bei der Beurteilung des Zahlungsanspruchs zu berücksichtigen.

 

Hinweis

Weitergehende Ausführungen zu den Darstellungs- und Angabevorschriften des IFRS 15 finden Sie in der EY-Broschüre "Im Fokus: die Darstellungs- und Angabevorschriften des IFRS 15", die unter www.ey.com/De/de/Issues/IFRS (Abrufdatum: 15.10.2018) im Bereich "Publikationen" zum Download bereitsteht.

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