Bilanz Check-up 2019: Enfor... / 1.2 Tätigkeitsbericht 2017 der DPR

Die DPR veröffentlicht immer zu Jahresbeginn die Ergebnisse der Prüfungen des vorangegangenen Jahres und ihre Erkenntnisse hieraus in einem Tätigkeitsbericht, der auf der Homepage der DPR (www.frep.info/presse/taetigkeitsberichte.php (Abrufdatum: 15.10.2018)) abrufbar ist.

Fehlerquote

Im Jahr 2017 hat die DPR 99 Prüfungen (2016: 96) abgeschlossen, davon 91 Stichprobenprüfungen, 3 Anlassprüfungen und 5 Prüfungen, die auf Verlangen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) durchgeführt wurden. Die Fehlerquote lag mit 15 % auf dem Niveau des Vorjahres (16 %). Die normalisierte Fehlerquote, die um Mehrfachzählungen derselben Fehler bezogen auf das jeweilige Unternehmen und Prüfungen mit offenkundig fehlerhafter Rechnungslegung, z. B. wenn der Abschlussprüfer den Fehler bereits in einem eingeschränkten oder versagten Bestätigungsvermerk beanstandet hat, bereinigt ist, betrug 14 % (2016: 12 %).

Die häufigsten Einzelfehler betrafen Anhangangaben (17; davon 4 zu Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Unternehmen und Personen, 3 zur Segmentberichterstattung und 3 zu Unternehmenserwerben bzw. zum Goodwill-Impairmenttest), die Lageberichterstattung (11; im Wesentlichen bezogen auf eine nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der VFE-Lage im Wirtschaftsbericht), die Bilanzierung tatsächlicher und latenter Steuern (4; insbesondere fehlende Ansatzfähigkeit von aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen und/oder Verlustvorträge) sowie den Themenkomplex Unternehmenserwerb und -verkauf/Goodwill (3).

Erteilte Hinweise

Um zu einer Qualitätsverbesserung der Rechnungslegung beizutragen, gibt die DPR den geprüften Unternehmen im Rahmen ihrer Präventionsfunktion vielfach Hinweise für die künftige Rechnungslegung. Im Jahr 2017 bezogen sich die erteilten Hinweise erneut in erster Linie auf eine unzureichende Berichterstattung im Anhang und Lagebericht. Im Hinblick auf die Lageberichterstattung stand bei den erteilten Hinweisen insbesondere Verbesserungspotenzial bei der Umsetzung von DRS 20 in Bezug auf die Darstellung der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die Darstellung alternativer Leistungskennzahlen sowie die Risikoberichterstattung im Vordergrund. Die Berichterstattung im Anhang sah die DPR u. a. in Hinblick auf die Themen Unternehmenserwerbe, Segmentbericht, nahestehende Unternehmen und Personen sowie Finanzinstrumente als verbesserungsbedürftig an.

Systematische Nachschau

Auch im Jahr 2017 hat die DPR anhand von öffentlich verfügbaren Informationen wieder systematisch die Korrektur der im Vorjahr von ihr festgestellten Fehler sowie die Umsetzung der im Vorjahr von ihr erteilten Hinweise überprüft. Dabei hat die DPR festgestellt, dass die im Jahr 2016 von ihr festgestellten Fehler im nachfolgenden Abschluss fast immer korrigiert und die von ihr erteilten Hinweise im Folgejahr in den weitaus meisten Fällen umgesetzt wurden. Im Jahr 2017 hat die DPR in einem Fall eine Anlassprüfung eingeleitet, da der von ihr festgestellte Fehler nicht korrigiert wurde.

 

Hinweis

Ist aus dem Folgeabschluss bzw. -lagebericht ersichtlich, dass ein Hinweis der DPR nicht umgesetzt wurde, bittet die DPR das betreffende Unternehmen mitunter um ein klärendes Telefonat. Im Rahmen des nächsten Enforcementverfahrens fordert die DPR die Unternehmen zudem regelmäßig auf zu erläutern, wie ihre Hinweise umgesetzt wurden.

Verfahrensdauer

Im Jahr 2017 lag die durchschnittliche Dauer der Prüfverfahren bei 7,5 Monaten. Die durchschnittliche Dauer eines Prüfverfahrens in den Jahren 2014 bis 2017 betrug 8,2 Monate. Dabei wurden 82 % der Verfahren innerhalb eines Jahres abgeschlossen, 41 % innerhalb von 6 Monaten. 18 % der Verfahren dauerten länger als ein Jahr. In diesen Fällen war die Fehlerquote mit 43 % besonders hoch.

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