Bilanz Check-up 2018: Natio... / 2.1.2 Konzernumlage = Dienstleistung 1 + Dienstleistung 2
 

Ausgangsfall – Abwandlung 1

Abweichend vom Ausgangsfall stelle die Holding neben der 1:1-Weiterbelastung ihrer eigenen Mietaufwendungen an die jeweiligen Tochterunternehmen diesen zusätzlich ein gesondertes Entgelt für die eigene Vermittlungstätigkeit (= Suche eines geeigneten Gebäudes, Vertragsverhandlungen mit dem Vermieter etc.) in Rechnung.

Wie sind die Erträge aus der 1:1-Weiterbelastung der eigenen Mietaufwendungen sowie das gesondert in Rechnung gestellte Dienstleistungsentgelt in der GuV der Holding zu erfassen?

Die Holding spaltet die von ihr insgesamt erbrachte Dienstleistung in 2 gesonderte Leistungen auf, und zwar in eine Untervermietungsleistung und in eine Vermittlungsleistung.

Für die Untervermietung des Gebäudes an die Tochterunternehmen belastet die Holding diese mit ihren eigenen Mietaufwendungen. Bzgl. dieser reinen 1:1-Weiterbelastung von eigenen Aufwendungen bleibt es bei dem bisherigen Ergebnis (s. o.), dass die Holding-Gesellschaft insoweit als Abrechnungsstelle und nicht als Dienstleister handelt. Der Ausweis von Umsatzerlösen scheidet insoweit aus.

Indem die Holding-Gesellschaft zunächst ein geeignetes Gebäude zur Anmietung sucht, Vertragsverhandlungen mit dem Vermieter führt und auch während der Vertragslaufzeit sowohl für den Vermieter als auch für die Tochterunternehmen Ansprechpartnerin ist (z. B. Notwendigkeit und Kostentragung von Reparaturen, Inkasso etc.), erbringt sie gegenüber ihren Tochterunternehmen neben der reinen Untervermietung noch eine (eigenständige) Vermittlungsleistung, die sie sich gesondert vergüten lässt. Die Holding ist aktiv am Markt tätig. Damit von einem Leistungsaustausch und damit von Umsatzerlösen ausgegangen werden kann, muss das für die Vermittlungstätigkeit gesondert in Rechnung gestellte Entgelt markt- bzw. leistungsgerecht sein. Dies erfordert stets eine Beurteilung des jeweiligen Einzelfalls.

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