Betriebseinnahmen nach EStG / 3.1 Allgemein
 

Rz. 24

Sowohl bei der Einnahmenüberschussrechnung als auch beim Betriebsvermögensvergleich ist der objektive wirtschaftliche oder der tatsächliche Zusammenhang mit dem Betrieb entscheidend für die Beurteilung als Betriebseinnahme (bzw. als Ertrag).

 

Rz. 25

In Frage kommen vor allem Entgelte, die der Steuerpflichtige aus seiner eigentlichen beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit erzielt, sowie Einnahmen aus Neben- oder Hilfsgeschäften.

 

Rz. 26

Die betriebliche Veranlassung hängt nicht davon ab, ob die Zugänge im Betrieb erwirtschaftet worden sind. Genauso ist es unerheblich, ob die für eine Betriebsleistung erlangte Gegenleistung in den betrieblichen oder in den privaten Bereich des Steuerpflichtigen gelangt. Die Rechtsprechung hat beispielsweise bei der unentgeltlichen Zuwendung einer Urlaubsreise durch einen Geschäftspartner eine Betriebseinnahme angenommen. Maßgeblich ist lediglich, dass die Zuwendung ihre Veranlassung im betrieblichen Bereich hat.

 

Rz. 27

Über das Vorliegen dieser im Schrifttum viel diskutierten Voraussetzung kann nur durch wertende Zuordnung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles entschieden werden.

Indizien für eine Veranlassung, die der betrieblichen Sphäre zuzurechnen ist, sind vor allem

  • die Art der Einnahmen,
  • die Abwicklung des Geschäfts,
  • die Behandlung der Leistung bei den an dem Geschäft beteiligten Personen.
 

Rz. 28

Dass dies lediglich Anhaltspunkte sind, kommt auch bei Bergkemper zum Ausdruck: Für die Frage der betrieblichen Veranlassung beim Empfänger ist es i. d. R. unerheblich, ob die Einnahmen beim Geber Betriebsausgaben sind (kein Korrespondenzprinzip). Ebenso wenig liegt zwingend eine Betriebseinnahme vor, wenn die betreffende Einnahme unter Ausnutzung bestimmter beruflicher oder betrieblicher Vorteile, Kenntnisse oder Erfahrungen erzielt wurde.

 

Rz. 29

Es spielt keine Rolle, ob die Einnahmen rechtlich unwirksam , sittenwidrig oder gar strafbar sind. Gemäß BFH sind veruntreute Beträge jedoch keine Betriebseinnahmen. Scheingeschäfte unterliegen nicht der Besteuerung, sofern sie als solche erkennbar sind.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge