Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 3.4.3 Enforcement bei Ermessensentscheidungen
 

Rz. 53

Da Rechnungslegung keine exakte Wissenschaft ist und viele Posten auf Schätzungen oder Annahmen über die Zukunft beruhen, beeinflussen zwangsläufig subjektive Wertungen die Rechnungslegung. Dies wiederum hat zur Folge, dass nicht ein eindeutiger Betrag wie i. d. R. bei der Höhe eines Kassenbestands, sondern eine Bandbreite von möglichen Werten im Einklang mit den Rechnungslegungsvorschriften steht. Jede Prüfungsinstanz, sei es der Abschlussprüfer, die DPR, die BaFin oder das Gericht, stehen vor der schwierigen Frage, wo die Grenze einer akzeptablen Bandbreite im Einzelfall zu ziehen ist.

 

Rz. 54

In der Praxis wird die DPR ein von den Unt ausgeübtes und vom Abschlussprüfer akzeptiertes Ermessen nur beanstanden, wenn widersprüchliche oder unrealistische Annahmen getroffen wurden und diese damit außerhalb einer vertretbaren Bandbreite liegen.

 

Rz. 55

Nach den gleichen Grundsätzen dürften die BaFin oder ein Gericht ihre Entscheidungen zu treffen haben.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge