Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 3.2 Schadensersatzumfang
 

Rz. 12

Die Regelungen von Abs. 2 ähneln denen für den Bereich der Abschlussprüferhaftung (vgl. § 323 Abs. 2 HGB), unterscheiden sich aber in einem wesentlichen Punkt, nämlich der sog. Serienschadenhaftung (Rz 14).

 

Rz. 13

Zunächst sieht Abs. 3 Satz 1 bei fahrlässiger Pflichtverletzung über den Verweis auf § 323 Abs. 2 Satz 2 HGB eine Haftungssummenbegrenzung auf 4 Mio. EUR vor. Durch Übernahme des Wortlauts von § 323 Abs. 2 Satz 3 HGB gilt dieser Höchstbetrag nach Abs. 3 Satz 2 insb. für die Fälle, dass an einem Enforcement-Verfahren mehrere Personen – und zwar jede für sich – schadenstiftend beteiligt sind oder dass durch eine Person mehrere Pflichtverletzungen begangen wurden. Pro Enforcement-Verfahren kann demnach nur einmal die Haftungshöchstsumme vom Geschädigten geltend gemacht werden.

 

Rz. 14

Im Bereich des sog. Serienschadens (Abs. 3 Sätze 3 und 4) tritt insofern eine Haftungsprivilegierung ein, als für den Fall, dass durch eine einzige pflichtverletzende Handlung mehrere Unt gleichzeitig fahrlässig geschädigt werden, diese insgesamt nur höchstens 8 Mio. EUR an Schadensersatz geltend machen können. Übersteigt der Gesamtschaden diesen Betrag, wird der unternehmensindividuelle Schadensersatzanspruch anteilsmäßig gekürzt.

 

Rz. 15

Im Übrigen gelten die allgemeinen Regelungen zum Mitverschulden nach § 254 BGB, sodass die Schadensersatzpflicht ggf. entsprechend gemindert wird.

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