Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 2.3.1 Erwerb von Anteilen
 

Rz. 41

Erfolgt ein Erwerb von weiteren bisher als nicht beherrschend eingestuften Anteilen Dritter eines bereits konsolidierten TU durch das MU oder ein anderes einbezogenes Unt, vermindert sich der Ausgleichsposten. Der Erwerb von weiteren Anteilen kann grds. mittels einer ErstKons der zusätzlichen Anteile gem. § 301 HGB abgebildet werden. Nach den IFRS ist ein Hinzuerwerb weiterer Anteile an einem bereits beherrschten und im KonsKreis einbezogenen TU, als Eigenkapitaltransaktionen (d. h. als Transaktionen mit Eigentümern, die in ihrer Eigenschaft als Eigentümer handeln) zu bilanzieren (§ 301 Rz 188 ff.). Unter diesen Umständen sind die Buchwerte der beherrschenden und nicht beherrschenden Anteile anzupassen, sodass sie die Änderungen der an dem TU bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung ist unmittelbar im EK zu erfassen und den Eigentümern des MU zuzuordnen. Nach DRS 23.171 sind beide Varianten nach HGB denkbar. Nach hier vertretender Auffassung erscheint eine Abbildung als Transaktion unter Eigentümern – insb. dem erklärten Reformziel der Annäherung an die IFRS bei Verabschiedung des BilMoG sowie einer deutlichen Vereinfachung im Rahmen der KonsVorgänge geschuldet – alternativ zu der noch vom überwiegenden Teil der Literatur vertretenen Erwerbsmethode (§ 301 Rz 198) unter Angabe und Beschreibung der Methode im Konzernanhang alternativ als sachgerechter.

 

Rz. 42

Wird zur Abbildung eines Erwerbs von weiteren Anteilen Dritter auf die Erwerbsmethode zurückgegriffen (§ 301 Rz 198 ff.), ergibt sich das Problem, dass in Anlehnung an § 301 HGB eine vollständige Neubewertung des konsolidierungspflichtigen Kapitals oder zumindest nach DRS 23.172 eine eigentlich untersagte tranchenweise Neubewertung und KapKons zu erfolgen hätte. Nach verbreiteter Literaturmeinung soll jedoch das EK, das auf die bereits konsolidierten Altanteile entfällt, von der Neubewertung unberührt bleiben, sodass sich ein Widerspruch ergibt. Weiter strittig ist darauf aufbauend, ob sich die Neubewertung nur auf die Teile des EK beziehen darf, die auf die neu erworbenen Anteile zurückzuführen sind (so auch DRS 23.172), oder ob die fremden Anteile zusätzlich zu berücksichtigen sind. Wird die Neubewertungsmethode angewandt, bedingt nach Ansicht der Autoren lediglich die entgeltliche Abfindung der scheidenden Gesellschafter eine Korrektur der Wertbasis; eine Neubewertung der weiter in Fremdbesitz verbleibenden Anteile kann damit nicht begründet werden.

Beide Probleme ergeben sich bei der Variante "Abbildung als Transaktion unter Eigentümern" grds. nicht, was u. E. nach zusätzlich für diese an den internationalen Standards orientierte und auch mit DRS 23.175 in Deutschland anerkannte Abbildung spricht (für Beispiele s. § 301 Rz 196 ff.

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