Außenprüfung: Heilberufe / 3 Gewinnermittlung

Ärzte und sonstige "Heilberufler" erzielen Einkünfte aus selbstständiger Arbeit gem. § 18 EStG. Sie sind daher grundsätzlich nicht zur Buchführung verpflichtet. Umsatz- oder Gewinngrenzen sind nicht relevant. Sie können den Gewinn nach der sog. Einnahmenüberschussrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG – kurz 4-3-Rechnung – ermitteln. Hier müssen nur die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben sowie ggf. Entnahmen und Einlagen aufgezeichnet und ein Anlagenverzeichnis geführt werden. Umsatzsteuerlich sind die umsatzsteuerfreien und umsatzsteuerpflichtigen Umsätze getrennt aufzuzeichnen.

Werden Zahlungen (Praxisgebühr, IGeL-Entgelte) bar vereinnahmt, so sind diese auch bei der 4-3-Rechnung täglich aufzuzeichnen.

Freiwillig kann jedoch als Gewinnermittlung auch der Bestandsvergleich (=Buchführung) gewählt werden. Dann sind zusätzlich Inventuren und Bilanzen zu erstellen, insbesondere ist eine geschlossene Kassenführung erforderlich.

Einnahmenüberschussrechnung bei Gemeinschaftspraxen

Problematisch ist die Gewinnermittlung nach Einnahmenüberschussrechnung bei Gemeinschaftspraxen. Scheidet ein Mitunternehmer aus oder tritt ein neuer ein, sind i. d. R. Aufgelder für den Praxiswert zu zahlen. Diese sind in einer Ergänzungsbilanz zu aktivieren. Um die zutreffenden Werte zu errechnen, muss das auf die einzelnen Gesellschafter entfallende Betriebsvermögen ermittelt werden. Hier müssen – wie in der Buchführung selbstverständlich – zusätzliche Kapitalkonten der Mitunternehmer geführt werden.

Wirtschaftsgüter, die ein Gesellschafter der Gesellschaft zur Nutzung überlässt (Räume, Apparate, Kraftfahrzeuge) stellen notwendiges Sonderbetriebsvermögen dar und müssen als solches dargestellt und berechnet werden. Auch hier ist eine Sonderbilanz sinnvoll.

Prüfungsansätze

Geprüft werden die

  • Berechnung der Kapitalkonten,
  • Ermittlung der Praxiswerte bei Gesellschafterwechsel,
  • Erfassung des Sonderbetriebsvermögens, Abschreibungen,
  • Verrechnungen zwischen Gesellschaft und Gesellschafter (Betriebseinnahmen einerseits und Betriebsausgaben andererseits),
  • Ermittlung von Entnahmegewinnen bei Ausscheiden von Sonderbetriebsvermögen,
  • Veräußerungsgewinne bei Praxiswerten.

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