Arbeitssicherheit: Checkliste für Führungskräfte

Kurzbeschreibung

Bei der Arbeitssicherheit müssen Führungskräfte sicherstellen, dass Rechtsgrundlagen, Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung eindeutig benannt sind. Dazu bietet diese Checkliste eine wertvolle Unterstützung.

Vorbemerkung

Eine ausführliche Anleitung zur Pflichtendelegation (PD) und zur Anwendung dieser und weiterer Arbeitshilfen finden Sie in dem Beitrag "Arbeitssicherheit: Die wichtigsten Grundlagen aus der Compliance-Perspektive".

Dokumentationshinweis

Alle Anweisungen einer Organisation sollten in einem einzigen System gesammelt und archiviert sein. Dabei sollten alle Aspekte, die zu einem bestimmten Arbeitsplatz gehören, in einem "Haupt"-Dokument gebündelt werden, mindestens sollten Querverweise auf ggf. mitgeltende Unterlagen in diesem "Haupt"-Dokument enthalten sein.

In vielen Fällen sind gesetzliche Forderungen zu allgemein, um Grundlage einer klaren Anweisung zu sein. Hier sind häufig entsprechende Normen zu Rate zu ziehen: die Befolgung einer gültigen Norm wird üblicherweise als ausreichend für den "Stand der Technik" angesehen.

Wenn in der Checkliste nicht alle Fragen mit "ja" beantwortet werden können, ist das ein Hinweis auf Handlungsbedarf!

Wenn eine Frage mit "unklar" beantwortet wird: bitte die Unklarheiten benennen und die Gründe für die Unklarheiten aufführen.

Arbeitssicherheit: Checkliste für Führungskräfte

Nr. Frage / Sachverhalt ja nein unklar / Gründe
1

Sind alle relevanten Gesetze/ Normen/ Verordnungen, die das Unternehmen zu erfüllen hat, bekannt und benannt? Zum Beispiel:

Brandschutz, Arbeitssicherheit/technische Sicherheit, Arbeitsplatzverordnung, Laserschutz, Strahlen/Röntgenschutz, SHE, Gesundheitsmanagement (UVV), Arbeitszeit, etc.[1]
     
2 Sind die in Frage kommenden Gesetze und Normen bewertet und firmenspezifisch verfeinert? Bedeutet: was ist für die Organisation wichtig und muss in firmenspezifischen Verfahren umgesetzt werden? Zum Beispiel Sicherheitsvorschriften für Maschinen, bei Benutzung bestimmter Chemikalien, bei Arbeiten in Gefahrenzonen, …, Nutzung von elektrischen Geräten und Zubehör, …[2]      
3 Sind die Verfahren eindeutig den entsprechenden Abteilungen/Mitarbeitern zugeordnet? Sind, falls erforderlich, Arbeitsplatzbeschreibungen angepasst?      
4

Sind, falls erforderlich, Beauftragte etc. benannt? (Ersthelfer, zuständige Ärzte, Strahlenschutzbeauftragte) Sind erforderliche Hinweise im Unternehmen angebracht? (Hinweis auf Ausgänge, Notausgänge, Verbandsmaterial, ggf. Krankenzimmer, Tragen, Notschalter, Augenduschen, Branddecken, Feuerlöscher, Telefonnummern für den Notfall, … )

Sind die Arbeitsplätze sicher? Folgen Bildschirmarbeitsplätzen den einschlägigen Empfehlungen?[3]
     
5 Sind klare Zuständigkeiten für Arbeitssicherheit festgelegt? Sind dafür Ansprechpartner für Mitarbeiter (Hierarchie) definiert?[4]      
6 Sind alle Führungskräfte und Mitarbeiter mit Arbeitsschutzspezifischer Verantwortung entsprechend geschult? Sind alle Mitarbeiter über Arbeitsschutz informiert?      
7 Ist festgelegt, wer Arbeitsschutz im Unternehmen wie kontrolliert und an wen berichtet? Ist eine Eskalationsmöglichkeit für den Notfall (Unfall) eingerichtet?      
8 Gibt es ein Verfahren zu regelmäßigen Reviews zum Thema AS, um ihre Effizienz sicher zu stellen? Werden dabei systematisch entsprechende Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet, falls erforderlich?[5]      
9

Haben die Führungskräfte die nötigen Rechte, um die AS sicher zu stellen? Sind ihre Befugnisse für Notfälle ausreichend?

Sind alle Verfahren klar dokumentiert?
     
10 Ist sichergestellt, dass für temporäre MA die gleichen Vorgaben gelten? Ist außerdem sichergestellt, dass diese MA über alle relevanten Maßnahmen zum Thema AS informiert werden?[6]      
11

Wenn das Unternehmen unterschiedliche Standorte besitzt: sind die Verfahren an die besonderen Bedingungen des Standorts angepasst? (Arzt, Rufnummern, etc).

Hinweis: nur unbedingt notwendige Unterschiede sollten zugelassen werden. Bei Integration von neuen Standorten (z.B. Erweiterung durch Zukauf von Firmen) sollte ein Plan zur Harmonisierung der Arbeitsschutz-Vorgaben erstellt werden.
     
[1] Zu 1: Sicher mit der schwierigste Punkt überhaupt. Die aufgeführte Liste ist nicht vollständig. Hilfestellung zur Vollständigkeit können Gewerbeaufsicht, Berufsgenossenschaften, Verbände, Länderkammern geben, oder auch Datenbanken von einschlägigen Unternehmen geben. Falls Standorte in mehreren Ländern betrachtet werden müssen, sind ggf. die länderspezifischen Gesetze und Verfahren zu berücksichtigen.
[2] Zu 2 und 3: Nicht jedes Gesetz oder Norm ist für jeden Bereich/Mitarbeiter gleich wichtig. Es muss allerdings sichergestellt sein, dass betroffene Bereiche / Mitarbeiter genau wissen, was sie betrifft und in welchem Umfang. Deshalb müssen Vorgaben (Gesetze und Normen) analysiert werden und ihre Umsetzung in der Organisation eindeutig geplant werden.
[3] Zu 4: Manche Gesetze und Normen verlangen die Benennung von "Beauftragten": Personen mit bestimmten Funktionen und Kompetenzen. Teilweise können Beauftragte ...

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