Anteilsübertragung / 1 Abtretung von GmbH-Anteilen

GmbH-Geschäftsanteile sind übertragbar. Die Veräußerung und nachfolgende Abtretung bedarf eines in notarieller Form geschlossenen Vertrages (§ 398 BGB i. V. m. § 15 Abs. 2 GmbHG). Dieser muss den Willen zur Bewirkung des Rechtsübergangs eindeutig zum Ausdruck bringen und den Geschäftsanteil sowie die Beteiligten zweifelsfrei benennen.

 

Praxis-Tipp

Übertragung von mehreren Anteilen mit gleichem Nennbetrag

Wenn mehrere Anteile mit gleichem Nennbetrag übertragen werden, reicht es nicht, nur den Gesamtbetrag aufzuführen – es sei denn, alle Geschäftsanteile werden übertragen. Die Anteile müssen genau bezeichnet werden, es sollte vermerkt werden, ob diese vollständig eingezahlt sind. Mehrere Anteilskäufe können in einer notariellen Urkunde zusammengefasst werden, was Notarkosten spart. Ferner kann in der Satzung die Veräußerung und die anschließende Übertragung von Geschäftsanteilen im Gesellschaftsvertrag von der Zustimmung der anderen Gesellschafter abhängig gemacht werden Die Kaufpreiszahlung sollte erst erfolgen, wenn die Zustimmungen vorliegen bzw. die Mitgesellschafter auf etwaige Vorkaufsrechte verzichtet haben. Hierbei sollen die Anteile aufschiebend bedingt abgetreten werden, d. h. erst mit vollständiger Kaufpreiszahlung gehen diese auf den Erwerber über.

Es lassen sich auch künftig zu erwerbende oder noch zu schaffende Geschäftsanteile (§ 185 Abs. 2 BGB) – und zwar schon vor Gründung der Gesellschaft oder vor einer Kapitalerhöhung – abtreten. Die Abtretung ist aber erst ab dem Zeitpunkt der Eintragung bzw. der Kapitalerhöhung wirksam.

 

Praxis-Beispiel

Bedingte Abtretung

Ein Gesellschafter tritt seinem Sohn GmbH-Anteile ab. Die Abtretung soll wirksam sein, wenn er sein Studium beendet hat und im Rahmen eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses in die Firma eingetreten ist (aufschiebend bedingt). Ein Gesellschafter tritt seinem Sohn Geschäftsanteile ab. Sollte dieser sein Studium nicht erfolgreich binnen eines Jahres abschließen, sollen die Anteile nicht an den Sohn, sondern an die Tochter fallen (auflösend bedingt).

Gegenüber der GmbH gilt der Erwerber erst dann als Gesellschafter, wenn er in die beim Handelsregister hinterlegte Gesellschafterliste aufgenommen ist (§ 16 Abs. 1 GmbH-Gesetz).

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