Anlage Kind (Kinderberücksi... / 4 Steuerliche Vergünstigungen für Kinder (Seite 2)
 

Rz. 87

Erfüllt ein Kind alle Voraussetzungen für eine steuerliche Berücksichtigung, erhalten die Eltern in jedem Fall Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag und zusätzlich einen Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes. Weitere Vergünstigungen sind zusätzlich möglich (→ Tz 525, → Tz 524).

 

Rz. 88

[Kranken-/Pflegepflichtversicherung des Kindes → Zeilen 31–38]

Der Abzug von Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträgen für Kinder bei den Eltern setzt voraus, dass der Versicherungsgesellschaft erlaubt wurde, die Daten der Finanz­verwaltung elektronisch zu übermitteln. Deshalb dürfen Sie hier auch nur in diesem Fall Eintragungen vornehmen.

Sind Sie im Versicherungsvertrag, durch den Ihr Kind versichert ist, als Versicherungsnehmer (Schuldner der Beiträge) aufgeführt, können Sie alle Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge (Basisbeiträge – Kennzahlen 66 und 67 – in voller Höhe, solche für Wahlleistungen oder Krankengeldanspruch in Kennzahl 69 nur bis zum Höchstbetrag), als eigene Sonderausgaben in der ersten Spalte geltend machen. Wurden Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge zurückerstattet, mindern diese den abzugsfähigen Betrag (Kennzahl 68).

War das Kind Versicherungsnehmer, kann es seine Versicherungsbeiträge, unabhängig davon, wer gezahlt hat, in seiner eigenen Steuererklärung angeben (Anlage Vorsorgeaufwand). Nur wenn das Kind auf den Sonderausgabenabzug für seine Basiskranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge verzichtet, z. B. weil es nur geringe eigene Einkünfte hat, dann können die Eltern diese in der zweiten Spalte geltend machen. Beiträge, die zu einem Krankengeldanspruch (Kennzahl 71) führen oder Wahlleistungen (Zeile 37) absichern, sind nur beim Kind abzugsfähig und dürfen hier grundsätzlich nicht eingetragen werden. In Kennzahl 70 werden i. d. R. nur die Basiskrankenversicherungsbeiträge erfasst. Handelt es sich um einen gesetzlichen Arbeitnehmeranteil zur Krankenversicherung, ist dagegen der Gesamtbetrag in den Kennzahlen 70 und 71 einzutragen. Zusätzlich abzugsfähig sind die Pflegepflichtversicherungsbeiträge des Kindes (Kennzahl 72). Erstattete Beiträge oder Zuschüsse von Dritten mindern die abzugsfähigen Beträge (Kennzahlen 73, 75) (→ Tz 530). Beiträge für eine vergleichbare ausländische Krankenversicherung für das Kind sind gesondert (Zeile 38) zu erfassen, weil hier kein elektronischer Datenaustausch erfolgt.

 

Rz. 89

[Übertragung der Freibeträge → Zeilen 39–44]

Die Übertragung des Kinderfreibetrags ist bei geschiedenen, dauernd getrennt lebenden Eltern oder Eltern nichtehelicher Kinder möglich, wenn ein Elternteil nicht unterhaltsverpflichtet ist (zu niedrige Einkünfte) oder seiner Unterhaltspflicht im Jahr nicht ausreichend (d. h. zu weniger als 75 % des festgelegten Betrags) nachkommt (Zeile 39). Eine Übertragung ist nicht möglich, wenn Unterhaltskosten nach dem Unterhaltsvorschussgesetz gezahlt worden sind (Zeile 40). Mit der Übertragung verliert der Elternteil ohne Freibetrag auch sämtliche anderen vom Kind abhängigen Steuervergünstigungen.

Sobald der verdoppelte Freibetrag beantragt wird, ist in Zeile 6 der volle Kindergeldanspruch einzutragen (→ Tz 528).

Die Übertragung des Freibetrags für Betreuung, Erziehung und Ausbildung auf einen Elternteil (Zeile 41) ist nur bei minderjährigen Kindern möglich, vorausgesetzt, das Kind ist nur bei diesem Elternteil gemeldet. Hat der andere Elternteil Betreuungskosten getragen oder das Kind zeitweise betreut, kann er der Übertragung seines Freibetrags widersprechen (→ Tz 529).

Die Zeilen 42–44 sind für die Fälle vorgesehen, in denen das Kind bei Stief- oder Großeltern berücksichtigt werden soll, weil das Kind in deren Haushalt lebt und ihnen bereits das Kindergeld ausgezahlt wurde. In diesen Fällen müssen Sie zusätzlich die Anlage K (erhältlich beim Finanzamt oder aus dem Internet abrufbar) ausfüllen und unterschreiben.

 

Rz. 90

[Alleinerziehende → Zeilen 45–50]

Alleinerziehende, die mit steuerlich berücksichtigungsfähigen Kindern eine Haushaltsgemeinschaft bilden, können hier den Abzug eines Entlastungsbetrags von 1.908 EUR im Jahr für das erste bzw. 240 EUR für jedes weitere Kind beantragen (→ Tz 531).

Dazu geben Sie in Zeile 45 an, in welchem Zeitraum das Kind bei Ihnen mit Wohnsitz (Haupt- oder Nebenwohnsitz) gemeldet war, und ergänzen Sie in Zeile 46 die Aussage zum ausgezahlten Kindergeld. Lebte in Ihrem Haushalt eine weitere (volljährige) Person, für die kein Kindergeldanspruch bestand, mit Ihnen und Ihrem Kind in Haushaltsgemeinschaft (Zeilen 47–50), ist regelmäßig kein Entlastungsbetrag möglich.

 

Rz. 91

[Ausbildungsfreibetrag/Freibetrag zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung → Zeilen 51–54]

Den Ausbildungsfreibetrag von 924 EUR jährlich können Sie nur für volljährige Kinder und für Zeiten erhalten, in denen das Kind in Ausbildung und auswärts untergebracht (Zeile 51) ist. Bei längerfristigen Auslandsaufenthalten (Zeile 52) gilt u. U. ein gekürzter Freibetrag (→ Tz 536).

Geschie...

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