Anhang nach HGB: Inhalt des... / 7.3.1.4 Eigene Aktien

Berichtsgegenstand und zugrunde liegende Vorschriften

Zitat

AktG § 160 Vorschriften zum Anhang

(1) In jedem Anhang sind auch Angaben zu machen über

2. den Bestand an eigenen Aktien der Gesellschaft, die sie, ein abhängiges oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehendes Unternehmen oder ein anderer für Rechnung der Gesellschaft oder eines abhängigen oder eines im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmens erworben oder als Pfand genommen hat; dabei sind die Zahl dieser Aktien und der auf sie entfallende Betrag des Grundkapitals sowie deren Anteil am Grundkapital, für erworbene Aktien ferner der Zeitpunkt des Erwerbs und die Gründe für den Erwerb anzugeben. Sind solche Aktien im Geschäftsjahr erworben oder veräußert worden, so ist auch über den Erwerb oder die Veräußerung unter Angabe der Zahl dieser Aktien, des auf sie entfallenden Betrags des Grundkapitals, des Anteils am Grundkapital und des Erwerbs- oder Veräußerungspreises, sowie über die Verwendung des Erlöses zu berichten;

Erleichterungen

Nach § 160 Abs. 3 Satz 2 AktG müssen kleine Gesellschaften

  • die geforderten Angaben nur zu eigenen Aktien machen, die von ihnen selbst oder für ihre Rechnung von Dritten erworben wurden und gehalten werden, und
  • nicht über die Verwendung der Erlöse aus der Veräußerung eigener Aktien berichten.

Kategorisierung und Vorjahresangabe

Die Berichtspflicht, die eigene Aktien von AGs und KGaAs betrifft, ist eine originäre Pflichtangabe, die ausdrücklich für den Anhang vorgesehen ist. Deshalb sind keine Vergleichsinformationen für die vorangegangene Berichtsperiode anzugeben.

Inhaltliche Abgrenzung der Berichtspflicht

§ 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG fordert bestimmte Angaben zum Bestand eigener Aktien zum Abschlussstichtag gemäß den §§ 71 ff. AktG, die von

  • der berichtenden Gesellschaft selbst,
  • einem von der berichtenden Gesellschaft abhängigen Unternehmen (§ 17 AktG),
  • einem in Mehrheitsbesitz (§ 16 AktG) der berichtenden Gesellschaft stehenden Unternehmen oder
  • einem Dritten für Rechnung der berichtenden Gesellschaft, eines von ihr abhängigen Unternehmens (§ 17 AktG) oder eines in ihrem Mehrheitsbesitz (§ 16 AktG) stehenden Unternehmens

erworben oder als Pfand genommen wurden.

Dabei sind nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 AktG im Einzelnen im Anhang anzugeben:

  • Zahl der eigenen Aktien;
  • Betrag des Grundkapitals, der auf sie entfällt;
  • Anteil am Grundkapital (in Prozent);
  • Zeitpunkt des Erwerbs, auch bei einer früheren Berichtsperiode, wobei die Nennung von Monat und Jahr regelmäßig genügt;
  • Gründe für den Erwerb.

Die folgenden Beispiele aus der Berichtspraxis sind vor dem Hintergrund der gesetzlichen Anforderungen als nicht vollständig anzusehen.

Zitat

Praxisbeispiel

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt 20.000 TEUR. Es ist eingeteilt in 6.666.668 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 3 EUR/Stück. Die Gesellschaft hält 343.644 von diesen Stückaktien als eigene Anteile. Die eigenen Anteile belaufen sich auf 1.031 TEUR (Vorjahr: 1.031 TEUR) und werden offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt.

Herrenknecht AG, Schwanau, Jahresabschluss zum 31.12.2015

Zitat

Praxisbeispiel

Mit dem Eigenkapital verrechnet wurden 484 Stückaktien (eigene Anteile) der AG mit einem Nominalwert von 12.100 EUR bzw. 0,864 % des Stammkapitals. Die Differenz zwischen Nominalwert und Anschaffungskosten in Höhe von 8.966 EUR ist in der Kapitalrücklage ausgewiesen.

Schulte-Schlagbaum Aktiengesellschaft, Velbert, Jahres- und Konzernabschluss zum 31.12.2015

Eine vollumfängliche Darstellung in Einklang mit § 160 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 AktG könnte wie in der folgenden Musterformulierung ausgestaltet sein.

 

Musterformulierung

Die Gesellschaft hielt zum Abschlussstichtag insgesamt … eigene Stückaktien, die am … erworben wurden und auf die ein Betrag von … EUR des Grundkapitals (… %) entfällt. Der Erwerb der eigenen Anteile dient zum einen der Erfüllung von Bezugsrechten, die von Vorstandsmitgliedern und Arbeitnehmern gehalten werden. Zum anderen sollen sie zum Zwecke des Erwerbs von anderen Unternehmen oder Beteiligungen daran eingesetzt werden.

Die Berichterstattung im Anhang hat unabhängig davon zu erfolgen, bei welchem der oben genannten Unternehmen die eigenen Aktien bilanziert sind. Unseres Erachtens nach muss im Rahmen der Berichterstattung keine Aufgliederung des Besitzes an eigenen Aktien nach den genannten Unternehmensgruppen erfolgen. Andererseits ist eine Trennung in erworbene und in Pfand genommene eigene Aktien geboten.

Beim Erwerb und/oder bei der Veräußerung von eigenen Aktien in der Berichtsperiode – unabhängig davon, ob zum Ende der Berichtsperiode noch ein Bestand gehalten wird – sind die folgenden (ergänzenden) Angaben, jeweils getrennt nach Erwerbs- und Veräußerungsvorgängen, zu machen:

  • Zahl der betreffenden Aktien;
  • Betrag des Grundkapitals, der auf die betreffenden Aktien entfällt;
  • Anteil am Grundkapital (in Prozent);
  • Erwerbs- oder Veräußerungspreis;
  • Verwendung des Erlöses.

Über den Zugang und Abgang als Pfand genommener eigener Akt...

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