Anhang nach HGB: Inhalt des... / 7.3.1.10 Gewinnrücklagen

Berichtsgegenstand und zugrunde liegende Vorschriften

Zitat

AktG § 152 Vorschriften zur Bilanz

(3) Zu den einzelnen Posten der Gewinnrücklagen sind in der Bilanz oder im Anhang jeweils gesondert anzugeben

  1. die Beträge, die die Hauptversammlung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahrs eingestellt hat;
  2. die Beträge, die aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahrs eingestellt werden;
  3. die Beträge, die für das Geschäftsjahr entnommen werden.

Erleichterungen

Es sind keine unmittelbaren Erleichterungen gesetzlich geregelt. § 152 Abs. 4 Satz 2 AktG sieht allerdings vor, dass kleine Gesellschaften die geforderten Angaben zu den Gewinnrücklagen zwingend in der Bilanz machen müssen, sodass eine Anhangberichterstattung ausscheidet.

Des Weiteren dürfen kleine AGs und KGaAs bei der Aufstellung der Bilanz die verkürzte Gliederung gem. § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB wählen, derzufolge die Gewinnrücklagen ohne Untergliederung ausgewiesen werden können. In diesem Fall beschränkt sich auch die Berichtspflicht nach § 152 AktG auf den Gesamtbetrag der Gewinnrücklagen; eine Postenaufgliederung kann insoweit entfallen.

Kategorisierung und Vorjahresangabe

Die Berichtspflicht, die die Veränderungen der Gewinnrücklagen in der Berichtsperiode betrifft, ist grundsätzlich als Wahlpflichtangabe ausgestaltet, sofern nicht kleine Gesellschaften betroffen sind (siehe oben). Ungeachtet der Einordnung als Wahlpflichtangabe sind in Anbetracht des Wortlauts des § 152 Abs. 3 AktG, der sich ausdrücklich nur auf Vorgänge des Geschäftsjahrs bezieht, jedoch keine Vergleichswerte der vorangegangenen Berichtsperiode anzugeben.

Inhaltliche Abgrenzung der Berichtspflicht

Mit Blick auf den Zweck der Regelung sind über den Gesetzeswortlaut hinaus zu allen Einzelposten der in der Bilanz ausgewiesenen Gewinnrücklagen (§ 266 Abs. 3 A. III HGB) die

  • Beträge, die die Hauptversammlung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahrs eingestellt hat,
  • Beträge, die aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahrs eingestellt werden,
  • Beträge, die für das Geschäftsjahr entnommen werden und
  • übrigen Veränderungen (mit sachgerechter Bezeichnung)

anzugeben. Die genannten Arten an Zu- und Abgängen von Gewinnrücklagen sind unsaldiert und jeweils in einem zusammenfassenden Betrag anzugeben. Die folgenden Beispiele aus der Berichtspraxis beinhalten von daher eine sachgerechte Berichterstattung.

Zitat

Praxisbeispiel

Gemäß § 150 Abs. 2 AktG wurde im Geschäftsjahr in die gesetzliche Rücklage der zwanzigste Teil des Jahresüberschusses (TEUR 28,6) eingestellt.

BCG Baden-Baden Cosmetics Group AG, Baden-Baden, Jahresabschluss zum 31.12.2012

Zitat

Praxisbeispiel

Im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2013 wurden TEUR 4.238 aus den anderen Gewinnrücklagen entnommen.

Carl Schlenk Aktiengesellschaft, Roth-Barnsdorf, Jahresabschluss zum 31.12.2013

Zitat

Praxisbeispiel

Die gesetzliche Gewinnrücklage und die anderen Gewinnrücklagen zum 31. Dezember 2011 von TEUR 765 bzw. TEUR 17.294 wurden zur Reduzierung des Bilanzverlustes im Berichtsjahr aufgelöst. Zum 31. Dezember 2012 wurde die gesetzliche Rücklage gemäß § 150 Abs. 2 AktG dotiert.

metabo Aktiengesellschaft, Nürtingen, Jahresabschluss zum 31.12.2012

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