Anhang nach HGB: Inhalt des... / 6.1.2 Anteile an Investmentvermögen

Berichtsgegenstand und zugrunde liegende Vorschriften

Zitat

HGB § 285 Sonstige Pflichtangaben

Ferner sind im Anhang anzugeben:

26. zu Anteilen an Sondervermögen im Sinn des § 1 Absatz 10 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder Anlageaktien an Investmentaktiengesellschaften mit veränderlichem Kapital im Sinn der §§ 108 bis 123 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder vergleichbaren EU-Investmentvermögen oder vergleichbaren ausländischen Investmentvermögen von mehr als dem zehnten Teil, aufgegliedert nach Anlagezielen, deren Wert im Sinn der §§ 168, 278 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder des § 36 des Investmentgesetzes in der bis zum 21. Juli 2013 geltenden Fassung oder vergleichbarer ausländischer Vorschriften über die Ermittlung des Marktwertes, die Differenz zum Buchwert und die für das Geschäftsjahr erfolgte Ausschüttung sowie Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe; darüber hinaus die Gründe dafür, dass eine Abschreibung gemäß § 253 Absatz 3 Satz 6 unterblieben ist, einschließlich der Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass die Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer ist; Nummer 18 ist insoweit nicht anzuwenden;

Erleichterungen

Kleine Gesellschaft sind nach § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB von der Angabepflicht zu den Anteilen an Investmentvermögen befreit.

Kategorisierung und Vorjahresangabe

Die Berichtspflicht, die die gehaltenen Investmentanteile betrifft, ist eine originäre Pflichtangabe, die ausdrücklich für den Anhang vorgesehen ist. Deshalb sind keine Vergleichsinformationen für die vorangegangene Berichtsperiode anzugeben.

Inhaltliche Abgrenzung der Berichtspflicht

Ist eine Gesellschaft am Abschlussstichtag zumindest wirtschaftlicher Eigentümer von mehr als 10 Prozent der Anteile an Sondervermögen i. S. v. § 1 Abs. 10 KAGB, Anlageaktien an Investmentaktiengesellschaften mit variablem Kapital (§§ 108123 KAGB) oder vergleichbaren EU-/Auslands-Investmentvermögen, sind im Anhang Angaben zu ihren stillen Reserven und Lasten zu machen.Konkret verlangt die Vorschrift in Bezug auf die gehaltenen Anteile oder Anlageaktien die Nennung

  • des Marktwerts gem. §§ 168, 278 KAGB oder § 36 InvG a. F. oder vergleichbarer ausländischer Vorschriften,
  • der Differenz des Marktwerts zum bilanziellen Buchwert,
  • der für das Geschäftsjahr erfolgten Ausschüttungen sowie
  • etwaiger (rechtlich oder wirtschaftlich veranlasster) Beschränkungen der Möglichkeit der täglichen Rückgabe.

Korrespondierend mit der Berichtspflicht des § 285 Nr. 18 HGB sind bei Vorliegen stiller Lasten außerdem unterbliebene Abschreibungen zu begründen und die Anhaltspunkte für die Einstufung der Wertminderung als vorübergehend darzustellen. Angesichts ihres Charakters als Spezialvorschrift geht die Angabe nach § 285 Nr. 26 HGB der allgemeineren Norm des § 285 Nr. 18 HGB vor; der Gesetzeswortlaut weist daher ausdrücklich darauf hin, dass die letztere Vorschrift insoweit keine Anwendung findet. Zur Frage der (möglichen) Dauerhaftigkeit einer Wertminderung des Investmentvermögens wird auf Kapitel 3.2.2 in Verbindung mit IDW RS VFA 2, Tz. 14 ff. verwiesen.

Die Einzelangaben können für homogene Gruppen von Investmentvermögen zusammengefasst werden. So kann z. B. nach der Art der Vermögensanlage eine Unterteilung in Aktien-, Renten-, Immobilien-, Misch- und Hedgefonds sowie sonstige Spezialsondervermögen erfolgen. Diese Differenzierung erfüllt nach Einschätzung des Gesetzgebers auch das Tatbestandsmerkmal der geforderten Aufgliederung nach Anlagezielen. Dem folgenden Praxisbeispiel liegt diese Gruppierung zugrunde.

Zitat

Praxisbeispiel

Zu ausländischen Investmentvermögen …, an denen die ALTAMIRA KGaA, Grünwald, am 31. Dezember 2012 mehr als 10 % der Anteile hält, machen wir gemäß § 285 Nr. 26 HGB die folgenden Angaben:

 
Bezeichnung des Investmentvermögens Marktwert Differenz zum Buchwert Ausschüttungen im Geschäftsjahr
  TEUR TEUR TEUR
Rentenfonds      
Sovereign Interest Strategy SICAV – FIS 206 0 0

Die dargestellten Investmentvermögen können grundsätzlich zu jedem Bewertungstag (jeder Mittwoch, sofern dieser ein Wochentag ist) zurückgegeben werden.

ALTAMIRA KGaA, Grünwald, Jahresabschluss zum 31.12.2012

Zu beachten ist, dass die Gruppierung nicht zu einer Verrechnung von stillen Lasten und stillen Reserven einzelner Vermögensanteile führen darf. Die positiven und die negativen Differenzen zwischen dem Markt- und dem Buchwert sind deshalb für jede gebildete Gruppe separat darzustellen.

Da das Gesetz nicht konkretisiert, was unter Anlagezielen zu verstehen ist, kommen auch andere Zielkategorien in Betracht. So kann bspw. – wie im folgenden Beispiel aus der Berichtspraxis – auch eine Differenzierung nach dem Motiv der Anlage in das Investmentvermögen zugrunde gelegt werden.

Zitat

Praxisbeispiel

Die Gesellschaft verfügt über mehr als 10 % der Anteile an inländischen Investmentvermögen gemäß § 285 Nr. 26 HGB. Die Informationen zu diesen Anteilen sind folgender Tabelle zu entnehmen:

 
Fonds Anlageziel Buchwert TEUR Marktwert TEUR Differenz TEUR Ausschüttung im Geschäftsjahr TEUR Täglic...

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