Anhang nach HGB: Berichtsar... / 2 Vorjahresangaben

Die Verpflichtung zur Angabe von Vergleichswerten des vorangegangenen Geschäftsjahrs gem. § 265 Abs. 2 Satz 1 HGB bezieht sich nach dem expliziten Gesetzeswortlaut ausschließlich auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Hieraus folgt, dass für originäre Pflichtangaben des Anhangs keine Pflicht besteht, die korrespondierenden Beträge der Vorperiode zu nennen. Eine freiwillige Angabe ist jedoch möglich. Das Gleiche gilt in Bezug auf freiwillige Zusatzangaben.

Werden Posten der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung oder Postenvermerke (§§ 266, 275 HGB) in Anwendung des § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB in den Anhang verlagert, besteht die diesbezügliche Pflicht zur Angabe von Vorjahresbeträgen fort. Denn das Darstellungswahlrecht bezieht sich nur auf den Ort des Ausweises, nicht dagegen auch auf den Umfang der Information.

Ebenso sind bei (quantitativen) Wahlpflichtangaben, also solchen Angaben und Vermerken, für die in anderen gesetzlichen Regelungen ausdrücklich ein wahlweiser Ausweis in der Bilanz/Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang vorgesehen ist, grundsätzlich die Vorjahresbeträge anzugeben. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich bei den Wahlpflichtangaben um Vermerke handelt, die den Charakter von Einzelposten oder Postenvermerken i. S. d. §§ 266, 275 HGB haben. Eine Angabe der Vorjahresbeträge ist demnach nicht erforderlich, soweit die Entwicklung von Bilanz- oder GuV-Posten im jeweiligen Geschäftsjahr der Gegenstand der Berichterstattung ist. So unterliegen z. B. die Angaben zur Entwicklung der Kapital- und Gewinnrücklagen einer Aktiengesellschaft nach § 152 Abs. 2, 3 AktG keiner Pflicht zur Nennung der Vorjahresbeträge.

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