Abschreibungen, AfA und Wer... / 1.4.2 Letztmalige Anwendung von bisherigen Abschreibungs- und Beibehaltungswahlrechten
 

Rz. 82

Vor dem Inkrafttreten des BilMoG bestanden folgende Abschreibungswahlrechte und Beibehaltungswahlrechte:

  • Abschreibungswahlrecht für Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit die Abschreibung nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig war, um zu verhindern, dass in der nächsten Zukunft der Wertansatz dieser Vermögensgegenstände aufgrund von Wertschwankungen geändert werden musste (§ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB a. F.);
  • Abschreibungswahlrecht für Vermögensgegenstände des Anlage- und Umlaufvermögens im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung (§ 253 Abs. 4 HGB a. F.);
  • Abschreibungswahlrecht für steuerrechtliche Abschreibungen (§§ 254, 279 Abs. 2 HGB a. F.);
  • Beibehaltungswahlrecht von niedrigeren Wertansätzen auch nach Fortfall der Abschreibungsgründe für Unternehmen, die nicht Kapitalgesellschaften und KapCo-Gesellschaften sind, nach

    1. außerplanmäßigen Abschreibungen von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens (§ 253 Abs. 2 Satz 3 HGB a. F.),
    2. Abschreibungen von Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens auf den niedrigeren Wert, der sich aus einem Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag ergab oder der diesen Vermögensgegenständen am Abschlussstichtag beizulegen war (§ 253 Abs. 3 Sätze 1 und 2 HGB a. F.),
    3. Abschreibungen von Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens, soweit diese erforderlich waren, um zu verhindern, dass in der nächsten Zukunft der Wertansatz dieser Vermögensgegenstände aufgrund von Wertschwankungen geändert werden musste (§ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB a. F.),
    4. Abschreibungen von Vermögensgegenständen des Anlage- oder Umlaufvermögens im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung (§ 253 Abs. 4 HGB a. F.),
    5. Abschreibungen, um Vermögensgegenstände des Anlage- oder Umlaufvermögens mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der auf einer nur steuerrechtlich zulässigen Abschreibung beruhte (§ 254 Satz 1 HGB a. F.).

(§§ 253 Abs. 5, 254 Satz 2 HGB a. F.): Von diesen Beibehaltungswahlrechten durften auch Kapitalgesellschaften und KapCo-Gesellschaften Gebrauch machen, wenn hiervon die Zulässigkeit in der steuerrechtlichen Gewinnermittlung abhing (§§ 279 Abs. 2, 280 Abs. 2 HGB a. F.).

 

Rz. 83

Die §§ 253 und 254 HGB a. F., die diese Abschreibungs- und Beibehaltungswahlrechte regelten, waren noch letztmals auf Jahres- und Konzernabschlüsse des Geschäftsjahres anzuwenden, das vor dem 1.1.2010 begann (Art. 66 Abs. 5 EGHGB). Die betreffenden Abschreibungs- und Beibehaltungswahlrechte konnten also letztmals im Jahresabschluss und Konzernabschluss des vor dem 1.1.2010 beginnenden Geschäftsjahrs ausgeübt werden.

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