Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Nutzungsdauer
  • Anschaffungskosten/Einlagewert
  • Abschreibungszeitraum

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Abschreibungen auf Sachanlagen (ohne AfA auf Kfz und Gebäude)
Eigener Kontenplan SKR 03
  4830
IKR  
6540 SKR 04
  6220
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter
Eigener Kontenplan SKR 03
  4855
IKR  
6549 SKR 04
  6260
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Gebrauchte Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die erfahrungsgemäß über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr genutzt werden können, sind gem. § 7 Abs. 1 EStG über die betriebsgewöhnliche Restnutzungsdauer abzuschreiben. Für gebrauchte Wirtschaftsgüter gibt es keine Abschreibungstabellen und auch keine allgemein verbindlichen Regelungen. Übersteigen die Anschaffungskosten oder der Einlagewert nicht den Grenzwert für geringwertige Wirtschaftsgüter kann der Unternehmer den Gesamtbetrag sofort zu 100 % abschreiben und auf das Konto "Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter" 4855 (SKR 03) bzw. 6260 (SKR 04) buchen.

 

Buchungssatz:

Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter

an Privateinlagen

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Einlage von Büromöbeln bei Beginn der Selbstständigkeit

Herr Huber ist Unternehmensberater und plant den Beginn seiner selbstständigen Tätigkeit zum 1.7. des laufenden Jahres. Er mietet ab dem 1.4. ein Büro und richtet dieses teilweise mit vorhandenen Gegenständen ein. Es handelt sich um folgende Gegenstände, die sich bereits seit mehr als 3 Jahren in seinem Besitz befinden. Herr Huber schätzt die Werte (Teilwerte) wie folgt:

 
Bezeichnung des Wirtschaftsguts geschätzter Wert
Schreibtisch 380 EUR
Rollcontainer 220 EUR
Schreibtischstuhl 110 EUR
Schreibtischlampe 50 EUR
Tisch für Besprechungen 150 EUR
4 Stühle 160 EUR
Regal (1) 90 EUR
Regal (2) 90 EUR
Einlagen insgesamt 1.250 EUR

Herr Huber wendet bei den geringwertigen Wirtschaftsgütern die 800-EUR-Variante (bis 31.12.2107: 410 EUR) gem. § 6 Abs. 2 EStG an, sodass es sich bei allen Gegenständen um geringwertige Wirtschaftsgüter handelt. Unternehmensberater Huber bucht die Einlage ins Betriebsvermögen wie folgt:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0480 Geringwertige Wirtschaftsgüter 1.250 1890 Privateinlagen 1.250
 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
4855 Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter 1.250 0480 Geringwertige Wirtschaftsgüter 1.250
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0670 Geringwertige Wirtschaftsgüter 1.250 2180 Privateinlagen 1.250
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
6260 Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter 1.250 0670 Geringwertige Wirtschaftsgüter 1.250

3 Abschreibungstabellen nur für neue Wirtschaftsgüter

Neue und gebrauchte Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die erfahrungsgemäß über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr genutzt werden können, sind gem. § 7 Abs. 1 EStG über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Für neue Wirtschaftsgüter hat die Finanzverwaltung die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer

  • in der amtlichen Abschreibungstabelle für die allgemein verwendbaren Wirtschaftsgüter und
  • in den nach Branchen-Abschreibungstabellen festgelegt.

Für gebrauchte Wirtschaftsgüter gibt es keine Abschreibungstabellen und auch keine allgemein verbindlichen Regelungen. Hat der Unternehmer ein gebrauchtes Wirtschaftsgut gekauft, richtet sich die Abschreibung nach der Restnutzungsdauer.[1] Allerdings bieten die amtlichen Abschreibungstabellen eine Orientierungshilfe bei der Bestimmung der Restnutzungsdauer.

4 Erwerb bzw. Privateinlage gebrauchter Wirtschaftsgüter: Die richtige Vorgehensweise

Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens werden verteilt über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Das gilt für alle Wirtschaftgüter unabhängig davon, ob diese

  • neu oder
  • gebraucht gekauft oder
  • aus dem Privatvermögen ins Betriebsvermögen eingelegt wurden.

Eine Ausnahme bilden

  • die geringwertigen Wirtschaftsgüter, deren Nettoanschaffungskosten 250 EUR (erhöht seit 1.1.2018; bis 31.12.2017: 150 EUR) bzw. 800 EUR (erhöht seit 1.1.2018; bis 31.12.2017: 410 EUR) nicht übersteigen und
  • die Wirtschaftsgüter, die in einen Sammelposten einzustellen sind.

Um die richtige Zuordnung vornehmen zu können, ist es in jedem Fall notwendig, den Wert des gebrauchten Wirtschaftsguts zu ermitteln. Bei gebrauchten Wirtschaftsgütern ist wie folgt zu unterscheiden:

  • Kauf: Beim Kauf eines gebrauchten Wirtschaftsguts steht die Höhe der Anschaffungskosten fest.
  • Privateinlage: Wirtschaftsgüter, die aus dem Privatvermögen ins Betriebsvermögen eingelegt werden, sind regelmäßig gebrauchte Wirtschaftsgüter, weil sie vor der Einlage bereits privat genutzt worden sind. Einlagewert sind entweder die fortgeführten Anschaffungskosten oder der Teilwert, dessen Höhe in der Regel geschätzt werden muss.

Stehen die Anschaffungskosten fest oder hat der Unternehmer den Einlagewert ermittelt, dann ist anschließend die betriebsgewöhnliche Nutzungsda...

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