Abhängigkeitsbericht / 4 Prüfung des Abhängigkeitsberichts

Der durch den Vorstand erstellte Abhängigkeitsbericht ist nach § 313 AktG zusammen mit dem Jahresabschluss und dem Lagebericht dem Abschlussprüfer der Gesellschaft vorzulegen. Denn der gesetzliche Abschlussprüfer ist per Gesetz auch für die Prüfung des Abhängigkeitsberichts zuständig, einer gesonderten Beauftragung bedarf es nicht. Im Fall einer nicht prüfungspflichtigen kleinen AG im Sinne des § 267 HGB entfällt auch die Prüfung des Abhängigkeitsberichts, da gemäß § 316 HGB nur mittelgroße und große Kapitalgesellschaften und diesen gleichgestellte Personengesellschaften der Prüfung zur gesetzlichen Abschlussprüfung unterliegen.

Die Prüfung erstreckt sich darauf,

  • ob die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
  • ob bei den Rechtsgeschäften nach den Umständen, die im Zeitpunkt ihrer Vornahme bekannt waren, die Leistungen der Gesellschaft nicht unangemessen waren bzw. ein Nachtteil ausgeglichen wurde sowie
  • ob bei den Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung, als diese durch den Vorstand erfolgt ist, sprechen.

Die Vollständigkeit der Darstellung ist damit nicht Gegenstand der Prüfung.

Über das Ergebnis seiner Prüfung hat der Abschlussprüfer gem. § 313 Abs. 2 AktG schriftlich einen Bericht zu erstatten. Der Bericht mit dem Bestätigungsvermerk ist nach Unterzeichnung dem Aufsichtsrat vorzulegen. Auch dem Aufsichtsrat obliegt es nach § 314 AktG, den Abhängigkeitsbericht selbstständig und umfassend zu prüfen. Dabei hat der Aufsichtsrat auch die Vollständigkeit der Angaben zu prüfen. Schließlich ergibt sich aus § 315 AktG die Möglichkeit einer Sonderprüfung. Die Voraussetzungen, unter denen eine solche erfolgen kann, sind allerdings recht eng.

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