16.02.2016 | Top-Thema Zoll kompakt: Export

Intrahandel (Versendung) – Was hat der Verkäufer bzw. Versender zu beachten?

Kapitel
Der Handel innerhalb der EU ist frei und daher weitestgehend ohne Zollkontrollen.
Bild: Corbis

Hinsichtlich des Exports wird zwischen Intrahandel (innerhalb der EG) und Extrahandel (mit Drittstaaten) unterschieden. Beim Intrahandel spricht man auch von der Versendung, dieser unterliegt statistischen Meldepflichten zur Erstellung der Außenhandelsbilanz der Bundesrepublik Deutschland, die der Verkäufer (Exporteur) zu erfüllen hat.

Der Handel innerhalb der EU ist frei und kommt weitestgehend ohne Zollkontrollen aus. Wie alle grenzüberschreitenden Lieferungen ist die Handelsrechnung mehrwertsteuerfrei. Der Käufer hat die Steuer auf den innergemeinschaftlichen Erwerb zu entrichten.

Folgende Punkte hat der Verkäufer bzw. Versender zu beachten:

  •  Die Handelsrechnung ist mehrwertsteuerfrei, muss aber die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (nicht die Umsatzsteuernummer!) sowohl des Verkäufers als auch des Käufers enthalten. Kann der Käufer keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nachweisen, gilt er als Verbraucher. Die Rechnung muss dann mit Mehrwertsteuer belastet werden.
  • Der Verkäufer hat die Daten für die Intrahandelsstatistik an das Statistische Bundesamt zu liefern, sofern er die Assimilationsschwelle von 500.000 EUR pro Jahr überschreitet. Die Assimilationsschwelle überschreiten bedeutet, dass der Verkäufer einen Umsatz von mehr als 500.000 EUR im Jahr mit anderen EU-Staaten haben muss.

Praxis-Tipp: Befreiung von der Intrastat-Meldung

Wer pro Jahr weniger Umsatz mit anderen EU-Staaten macht, ist von der Meldepflicht befreit.

Die Meldepflicht beginnt mit Erreichen der Umsatzgröße; eine rückwirkende Meldung ist nicht erforderlich. Die sog. Intrastat-Meldung erfolgt i. d. R. elektronisch, entweder auf Datenleitungen (CORE) oder über den Internetzugang des Statistischen Bundesamts (IDEV).

Jede Versendung muss gemeldet werden. Hierzu gibt es einen Gastzugang zum Üben. Die gemeldeten Daten fließen in die Außenhandelsstatistik ein.

  • Sollte die Ware verbrauchsteuerpflichtig sein, ist ein innergemeinschaftliches Warenbegleitdokument zu erstellen – eine Form des Einheitspapiers – weil die Ware nicht nur mehrwertsteuerfrei, sondern auch verbrauchsteuerfrei ist. Der Käufer hat die Verbrauchsteuer in seinem Land in der dortigen Höhe zu entrichten, sofern sie dort anfällt.
  • Sollte die Ware während des Transports von der Union in die Union das Zollgebiet der Union verlassen, wie z. B. bei einem Schiffstransport auf die Kanarischen Inseln, ist für die Ware ein T2L (Einheitspapier) zu erstellen, um dem dortigen Zoll zu signalisieren, dass die Ware sich im freien Verkehr der Gemeinschaft befindet (Unionsware).
  • Wird unverzollte Drittlandsware (Nichtunionsware) innerhalb der EG weiterverkauft, sind die Dokumente wie beim Extrahandel zu erstellen (Ausfuhrbegleitdokument usw.).

Wichtige Grundlagen finden Sie in "Zoll kompakt: Grundlagen von Im- und Exportgeschäften".

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Schlagworte zum Thema:  Zoll, Export, Versendung, Ausfuhr

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