22.09.2015 | Top-Thema Was selbstständige Buchhalter bewegt - eine Studie

Die 20 wichtigsten Kernaussagen: Stundensatz zwischen 30 und 50 EUR

Kapitel
Der Stundensatz der Befragten lag mehrheitlich zwischen 30 und 50 Euro.
Bild: Getty Images, Inc.

Das Unternehmen Agenda Informationssysteme GmbH & Co. KG hat in einer Studie untersucht, wie selbstständige Buchhalter organisiert sind, wie rentabel der Berufszweig ist und welche Herausforderungen sie tagtäglich meistern müssen.

Dafür haben 882 selbstständige Buchhalter für die Internetseite „Buchhalterseite.de“ einen anonymen Fragebogen mit 38 fast ausschließlich geschlossenen Fragen beantwortet. Die Ergebnisse geben Aufschluss über aktuelle Trends. Wir haben die 20 wichtigsten Kernaussagen zusammengefasst.

16) Nicht immer lukrativ
Rund 40% der Befragten schätzen ihre Selbstständigkeit finanziell attraktiver als ein Angestelltenverhältnis ein. Immerhin 23 % sind der Meinung, dass die Selbstständigkeit gegenüber einem Angestelltenverhältnis finanziell nicht oder nicht unbedingt attraktiver ist. Die Zahl erhöht sich auf 61 %, wenn man jene einbezieht, die der Ansicht sind, dass die Selbstständigkeit nur teilweise lukrativer ist. Möglicherweise war der Schritt in die Selbstständigkeit für manche nur eine Notlösung, oder es werden andere Aspekte der Selbstständigkeit höher bewertet, wie z. B. flexible Arbeitszeiten, welche die eher unzufriedenstellendere finanzielle Lage aufwiegen.

17) Umsatz mehrheitlich gut
Rund ein Drittel der hauptberuflich selbstständigen Buchhalter erzielt Umsätze zwischen 20.000 und 40.000 Euro und ein weiteres Drittel Umsätze zwischen 40.000 und 80.000 Euro im Jahr. 18 % geben sogar an mehr als 100.000 Euro umzusetzen. Dagegen erzielen 13% der Befragten nur bis zu 20.000 Euro Umsatz pro Jahr.

Die nebenberuflich tätigen Buchhalter machen mehrheitlich (76%) einen Umsatz von bis zu 20.000 Euro, 15% sogar bis zu 40.000 Euro. Einen höheren Umsatz erzielen nur 9% der nebenberuflichen Buchhalter.

18) Umsatzsteigerungen
Über 50% der Befragten konnten ihren Umsatz in den letzten Jahren steigern, davon 18% sogar deutlich. Dies konnten sie mehrheitlich durch die Gewinnung neuer Mandanten (85%) erreichen, aber auch durch eine Arbeitszeiterhöhung (40%) und eine Preiserhöhung (37%). Dagegen gab nur ein Fünftel der Befragten an, dass der Umsatz auf ihr erweitertes Leistungsspektrum zurückzuführen ist. Dagegen blieb der Umsatz bei 36% der Befragten in etwa gleich und 9% mussten Umsatzeinbußen hinnehmen.

19) Stundenlohn bei 30-50 Euro
Die meisten Befragten rechnen ihre Leistungen pauschal (65%) und/oder nach Stundensatz ab (55%). Dabei liegt der Stundensatz bei 60% der Befragten zwischen 30 und 50 Euro. Ungefähr ein Viertel greift auf die b.b.h.-Gebührentabelle oder die BVBC-Gebührenordnung zurück und nur 23% erhalten eine Umsatzbeteiligung beim Steuerberater. Letzteres halten die meisten für besonders rentabel, gefolgt von Controlling-Leistungen und der Existenzgründungsberatung. Das Honorar für die Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie die klassische Buchhaltung beurteilen die meisten als ausreichend und nur ein Viertel als gut bis sehr gut. Dasselbe gilt für die betriebswirtschaftliche Beratung.

20) Höheres Honorar nicht durchsetzbar
Mehr als 70% der Befragten geben an, dass ein höheres Honorar gegenüber ihren Mandanten nicht durchsetzbar ist. Mehr als die Hälfte ist der Ansicht, dass die Honorare im Vergleich zum sehr hohen Aufwand zu niedrig sind. 70% der selbstständigen Buchhalter, mehrheitlich Frauen, erbringen zudem unvergütete Zusatzleistungen für ihre Mandanten. Ferner geben die Befragten überwiegend an, dass ihre Mandanten regelmäßig oder ab und zu verspätet ihre Rechnungen bezahlen.

>> Die komplette Studie können Sie hier herunterladen.

Schlagworte zum Thema:  Buchhaltung, Rechnungswesen, Studie, Buchhalter

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