22.09.2015 | Top-Thema Was selbstständige Buchhalter bewegt - eine Studie

Fazit der Studie

Kapitel
Manche selbstständige Buchhalter sollten ihr Portfolio überdenken.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Unternehmen Agenda Informationssysteme GmbH & Co. KG hat in einer Studie untersucht, wie selbstständige Buchhalter organisiert sind, wie rentabel der Berufszweig ist und welche Herausforderungen sie tagtäglich meistern müssen. Ein Fazit.

Interessant ist, dass nur 39% der befragten selbstständigen Buchhalter ihre Selbstständigkeit als finanziell attraktiver als eine vergleichbare Festanstellung empfinden, obwohl sie die Rentabilität ihrer Leistungen nahezu immer im Blick haben. Das kann den Hintergrund haben, dass die Selbstständigkeit für manche nur eine Notlösung war. Doch auch andere Aspekte der Selbstständigkeit, die von den Betroffenen höher bewertet werden, können die finanziellen Aspekte aufwiegen (z. B. Homeoffice, flexiblere Arbeitszeiten).

Im Verhältnis geringe Stundensätze

In vielen Fällen sind aber die verhältnismäßig geringen Stundensätze (bei knapp 60 % aller Befragten 30- 50 Euro) dafür verantwortlich, dass die Selbstständigkeit im Vergleich zur Festanstellung an Attraktivität verliert. Schließlich sind selbstständige Buchhalter in der Regel fachlich sehr gut ausgebildet und entsprechend qualifiziert. Zudem müssen sie wegen des sich rasant ändernden Steuerrechts regelmäßig Fortbildungen besuchen. Höhere Preise wären demnach gerechtfertigt.

Immer wieder unvergütete Zusatzleistungen

Dennoch: Die meisten sind der Ansicht, dass ein höheres Honorar nicht durchsetzbar ist, da der günstige Preis nach eigener Einschätzung ein wichtiger Grund ist, weshalb Mandanten selbstständige Buchhalter und nicht Steuerberater beauftragen. Hinzu kommt, dass selbstständige Buchhalter immer wieder unvergütete Zusatzleistungen erbringen. Das kann den Hintergrund haben, dass ungefähr 70% der Befragten ohne oder nur teilweise mit Dienstleistungsverträgen arbeiten, d.h. die einzelnen Leistungen nicht klar fixiert sind. Ferner investieren wenige selbstständige Buchhalter in Werbung, um neue Mandanten zu akquirieren. Viele haben Angst, gegen Regelungen zu verstoßen und setzen lieber auf persönliche Weiterempfehlungen. Interessant ist auch, dass die Befragten dennoch mehrheitlich ihren Umsatz im Vergleich zu den letzten Jahren erhöhen konnten.

Portfolio überdenken

Es gilt daher: Bleiben Sie dran! Der Umsatz kann noch weiter gesteigert werden, wenn Sie als selbstständiger Buchhalter vermehrt auf Werbung setzen, konkrete Dienstleistungsverträge aushandeln und künftig versuchen, neue Mandanten weniger über den Preis zu gewinnen, sondern insbesondere über flexible Geschäftszeiten, eine hohe Professionalität bei der Auftragsausführung und eine vertrauensvolle partnerschaftliche Zusammenarbeit. Vielleicht können Sie als selbstständiger Buchhalter auch ihr Portfolio überdenken und sich noch mehr auf Leistungen spezialisieren, die gut bis sehr gut honoriert werden, wie etwa Controlling-Leistungen, die Mitarbeit beim Steuerberater mit Umsatzbeteiligung oder die Existenzgründungsberatung. Der Markt ist noch nicht abgeschöpft. Nutzen Sie Ihre Chancen zur Umsatzsteigerung!

>> Die komplette Studie können Sie hier herunterladen.

Schlagworte zum Thema:  Buchhaltung, Studie, Rechnungswesen, Buchhalter

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