| Studie zur SEPA-Einführung

Vielen Unternehmen läuft die Zeit davon

Bis zum 1. Februar 2014 müssen sich Unternehmen auf SEPA vorbereiten. Die Zeit wird knapp.
Bild: Haufe Online Redaktion

Rund zwölf Monate vor dem Startschuss für den einheitlichen europäischen Zahlungsraum (SEPA) zeigt sich die Mehrheit der Unternehmen schlecht vorbereitet. Dies geht aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 300 Großunternehmen in Europa hervor.

Der Studie zufolge hat gut ein Fünftel (21,6 Prozent) der befragten Unternehmen keinen verbindlichen Zeitplan für die Umstellung des Zahlungsverkehrs. Von den übrigen Unternehmen geht annähernd jedes zweite davon aus, die SEPA-Vorbereitungen erst knapp vor dem Stichtag am 1. Februar 2014 abzuschließen. Zusammengenommen ist bei mehr als 50 Prozent der Befragten die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie den Umstellungstermin nicht einhalten können.

Risiken für Cashflow

„Die SEPA-Umstellung ist mit ähnlich komplexen Änderungen verbunden wie seinerzeit die Euro-Einführung. Viele Unternehmen haben die Herausforderung jedoch noch nicht erkannt. Wer nicht rechtzeitig fertig wird, kann im ‚Worst Case’ weder Lastschriften einlösen noch selbst Auszahlungen tätigen. Damit drohen hohe Cash-Flow-Risiken und zusätzliche Kosten durch Verzugszinsen“, warnt Thomas Schräder, PwC-Partner und Experte für den Bereich Treasury.

Besonders hoch ist das Risiko für Unternehmen, bei denen der Lastschrifteinzug eine große Rolle spielt. Nach den SEPA-Regeln darf unter anderem eine Lastschrift nur noch dann eingelöst werden, wenn der Kunde dies zuvor schriftlich genehmigt („mandatiert“) hat. Fehlt ein gültiges Mandat, können Kunden eine Lastschrift noch bis zu 13 Monate später rückgängig machen. Diese neuen Anforderungen setzen insbesondere viele E-Commerce-Unternehmen unter Handlungsdruck, die in der Regel keine schriftliche, sondern nur eine elektronisch übermittelte Lastschriftvollmacht ihrer Kunden vorliegen haben.

Komplexität wird unterschätzt

Die SEPA-Umstellung betrifft in der Regel eine Vielzahl an unternehmensinternen Bereichen – vom Treasury über die IT bis hin zum Rechnungswesen. Diese Komplexität wird von den Befragten unterschätzt. Zwar binden rund drei Viertel der Unternehmen zwischen drei und fünf Abteilungen in das Projekt ein. Aber weniger als ein Drittel der Unternehmen, die einen SEPA-Plan erstellt haben, involviert auch die Personal- und die Rechtsabteilung sowie Einkauf und Vertrieb.

Einsparpotenziale werden nicht erkannt

Die Umstellung auf SEPA ist für die Unternehmen zwar zunächst mit Kosten verbunden, auf der anderen Seite ergeben sich langfristig erhebliche Einsparmöglichkeiten. Prozesse werden vereinheitlicht und dadurch effizienter. „International tätige Konzerne könnten zum Beispiel ihren gesamten Zahlungsverkehr über ein einziges Institut abwickeln – dank der Systemvereinheitlichung spielt es nämlich keine Rolle mehr, ob ein italienischer Kunde seine Rechnung per Überweisung auf ein Unternehmenskonto in Italien, in Deutschland oder in einem anderen SEPA-Land begleicht“, verdeutlicht Schräder.

Schlagworte zum Thema:  SEPA, Rechnungswesen

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