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Sofortabzug eines Bearbeitungsentgelts für einen Kredit

Im Regelfall kann ein bilanzierendes Unternehmen die Finanzierungskosten für einen Kredit nur auf die Laufzeit verteilt steuerlich geltend machen. Das gilt neben dem Zins und einem Disagio grundsätzlich auch für ein Bearbeitungsentgelt. Der BFH sieht dies differenziert.

Der BFH differenziert im Urteil vom 22. Juni 2011 (Az. I R 7/10) hierzu wie folgt:

Muss der Darlehensnehmer bei vorzeitiger Beendigung des Darlehensvertrages das Bearbeitungsentgelt nicht (zeitanteilig) zurückzahlen, fehlt die Laufzeitabhängigkeit, sodass er das Entgelt steuerlich sofort abziehen kann bzw. keinen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten bilden muss.

Eine Ausnahme gilt nur, wenn mit einer Vertragsbeendigung nicht ernsthaft zu rechnen ist. Beispiel: eine Kündigung ist nur aus wichtigem Grund möglich.

Praxishinweis

Die Frage, ob mit einer Kündigung ernsthaft zu rechnen ist, ist streitanfällig. Sofern verhandlungshalber das Bearbeitungsentgelt nicht rückzahlbar sein soll und man den steuerlichen Sofortabzug beim Darlehensnehmer erreichen will ist es daher empfehlenswert, die Kündigungsmöglichkeiten möglichst weit zu fassen. Mit dem sofortigen steuerlichen Abzug beim Darlehensnehmer geht allerdings auch die sofortige Besteuerung beim Darlehensgeber (z. B. Bank) einher. Einen passiven Rechnungsabgrenzungsposten darf dieser dann nicht bilden.

Schlagworte zum Thema:  Entgelt

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