01.08.2012 | Serie Repräsentationskosten

Bei Repräsentationskosten dürfen gemischte Aufwendungen aufgeteilt werden

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Auch für teilweise betriebliche Feste Betriebsausgabenabzug möglich
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Gemischte Aufwendungen, also teilweise betrieblich und teilweise privat veranlasste, sind in der Regel aufzuteilen. Und nur der betriebliche Anteil ist als Betriebsausgabe abzugsfähig. Dies gilt auch für Repräsentationskosten.

Sie müssen die betriebliche Veranlassung  bei Repräsentationskosten nachweisen

Nach dem BFH-Beschluss vom 21.9.2009 bzw. dem BMF-Schreiben vom 6.7.2010 können gemischte Aufwendungen in als Betriebsausgaben abziehbare sowie in privat veranlasste und damit nicht abziehbare Teile aufgeteilt werden, soweit nicht gesetzlich etwas anderes geregelt ist.

Allerdings kommt eine Aufteilung nur in Betracht, wenn der Steuerpflichtige die betriebliche Veranlassung im Einzelnen umfassend dargelegt und nachgewiesen hat. Bestehen gewichtige Zweifel an der betrieblichen Veranlassung bzw. Mitveranlassung, kommt ein Betriebsausgabenabzug nicht in Betracht.

Für die Aufteilung gemischter Aufwendungen ist ein geeigneter Aufteilungsmaßstab nötig

Zwecks Aufteilung gemischter Aufwendungen muss ein plausibler Aufteilungsmaßstab gefunden werden. Maßgebend ist dabei der jeweilige Veranlassungsanteil.

Bei einer untergeordneten privaten Veranlassung (weniger als 10 %) sind die Aufwendungen in vollem Umfang abziehbar.

Sind die Aufwendungen sowohl durch betriebliche als auch durch private Gründe von jeweils nicht untergeordneter Bedeutung veranlasst, ist nach Möglichkeit eine Aufteilung nach Veranlassungsbeiträgen vorzunehmen (BFH, Urteil vom 21.10.2010, Az.: VI R 66/04). So kann der betrieblich und privat veranlasste Teil der Aufwendungen beispielsweise nach Zeit-, Mengen- oder Flächenanteilen sowie nach Köpfen ermittelt werden.

Praxis-Beispiel: Aufteilung gemischter Aufwendungen nach Köpfen

Unternehmer Hans Groß feiert sein 30. Firmenjubiläum. Es nehmen 100 Personen teil (80 Kunden und Geschäftsfreunde und 20 private Gäste). Die Gesamtaufwendungen betragen 5.000 EUR, auf die Bewirtung entfallen 4.000 EUR. Die Beträge verstehen sich jeweils zzgl. Umsatzsteuer.

Folge:

Wegen der Teilnahme privater Gäste liegt eine gemischt betrieblich und privat veranlasste Veranstaltung vor. Zwar liegt der Anlass im betrieblichen Bereich (Firmenjubiläum). Die Einladung der Privatgäste hat aber ausschließlich private Gründe, so dass die diesbezüglichen Bewirtungskosten privat veranlasst sind. Hier ist eine Aufteilung nach Köpfen sachgerecht. 80 Personen nehmen aus betrieblichen Gründen, 20 Personen aus privaten Gründen teil. Damit sind 20 % der Gesamtkosten = 1.000 EUR zzgl. 190 EUR USt nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Von den betrieblich veranlassten Aufwendungen in Höhe von 4.000 EUR zzgl. 760 EUR USt sind gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG 3.040 EUR zzgl. 577,60 EUR USt (80 % von 1.000 EUR + 70 % von 4.000 EUR) als Betriebsausgaben abziehbar.

Hans Groß teilt folgendermaßen auf:

 

 

Bewirtungskosten

4.000 EUR

 

Abzüglich 20 % Privatanteil

800 EUR

 

Betrieblicher Anteil 

 

3.200 EUR

 

 

Davon nicht abziehbare Bewirtungskosten (30 %)     

960 EUR

2.240 EUR

 

Sonstige Kosten 1.000 EUR – 20 % Privatanteil                                                           

 

800 EUR

Abziehbare Betriebsausgaben

 

3.040 EUR

 

SKR 03

1800

Privatentnahmen allgemein

1.190

 

 

 

 

4650

Bewirtungskosten

2.240

 

 

 

 

4654

nicht abziehbare Bewirtungskosten

960

 

 

 

 

6300

sonstige betriebliche Aufwendungen

800

 

 

 

 

1576

abziehbare Vorsteuer 19 %

760

an

1200

Bank

5.950

SKR 04

2100

Privatentnahmen allgemein

1.190

 

 

 

 

6640

Bewirtungskosten

2.240

 

 

 

 

4654

nicht abziehbare Bewirtungskosten

960

 

 

 

 

6300

sonstige betriebliche Aufwendungen

800

 

 

 

 

1406

abziehbare Vorsteuer 19 %

760

An

1800

Bank

5.950

BFH, Beschluss v. 21.9.2009, Az.: GrS 1/06

BMF, Schreiben v.  6.7.2010, Az.: IV C3 – S 2227/07/10003

Schlagworte zum Thema:  Repräsentationskosten, Betriebsfeier, Betriebsausgaben

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