11.01.2017 | Reisekosten

Neues BMF-Schreiben zu Auslandsreisekostensätzen

Geänderte Reisekostensätze für USA, Russland, Griechenland, Malaysia und Zypern.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Neues BMF-Schreiben zu den Pauschbeträgen für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten veröffentlicht.

Unter dem Datum 14.12.2016 hat das BMF (Az. IV C 5 - S 2353/08/10006 :007) die neuen Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen veröffentlicht. Dieses BMF-Schreiben ersetzt ab 1.1.2017 das vorherige BMF-Schreiben vom 9.12.2015.

Hinweis: Neues BMF-Schreiben zu Auslandsreisekostensätzen gilt ab 1.1.2017

Steuerpflichtige haben ab dem 1.1.2017 die geänderte Ländergruppeneinteilung bei den Pauschbeträgen für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten in Auslandsfällen zu berücksichtigen. Zudem trifft das BMF-Schreiben auch Aussagen dazu,

  • wie in den Fällen zu verfahren ist, in denen etwa mehrere Länder an einem Tag besucht werden oder
  • welche Kürzungen bei den Verpflegungspauschalen vorzunehmen sind, wenn Mahlzeiten durch den Arbeitgeber gestellt werden.

Damit es im Fall einer Lohnsteuer-Außenprüfung nicht zu ärgerlichen Nachforderungen seitens des Finanzamts kommt, ist auf die genaue Anwendung der Grundsätze zu achten. Beispiele in dem BMF-Schreiben erleichtern die Anwendung.

Rechtliche Grundlagen für Auslandsreisekosten

Reisekosten sind Kosten, wenn diese durch eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit des Arbeitnehmers entstehen. Was im Einzelnen hierunter fällt, ist seit 2014 im EStG geregelt.  In Betracht kommen:

 Ein umfangreiches BMF-Einführungsschreiben v. 24.10.2014 (IV C 5 – S 2353/14/10002, BStBl 2014 I S. 1412) zu den gesetzlichen Bestimmungen der Reisekostenreform enthält umfassende Hinweise zu den lohnsteuerlichen Reisekosten. Grundsätzlich gelten hierbei für Auslandsreisen die gleichen Regelungen wie für Inlandsreisen. Es sind allerdings einige Besonderheiten zu beachten.

Besonderheiten bei Auslandsreisen

So sind für An- und Abreisetage 80 % des für das jeweilige Land maßgebenden Auslandstagegelds anzusetzen, ohne dass es hierfür einer zeitlichen Mindestabwesenheitsdauer an diesen Tagen bedarf. Die Auslandssätze für Verpflegung und Unterbringung finden zudem unabhängig davon Anwendung, ob die Auswärtstätigkeit des Arbeitnehmers im Ausland eine Dienstreise, eine Einsatzwechseltätigkeit oder eine Fahrtätigkeit darstellt.

Die für die einzelnen Länder geltenden Verpflegungspauschalen unterscheiden sich zudem wegen des anderen Preisniveaus von den für Inlandsreisen maßgeblichen Verpflegungssätzen. Auch sind für einige Länder weitere verschiedene Sätze für bestimmte besonders teure Städte genannt.

Wird während einer Auslandsreise ausschließlich ein ausländischer Staat aufgesucht, können die Reisekostensätze für das jeweilige Land unmittelbar aus dem BMF-Schreiben ermittelt werden. Bei einer mehrtägigen Auslandsreise richtet sich das jeweilige Auslandstagegeld nach dem Land, das der Arbeitnehmer vor 24.00 Uhr Ortszeit zuletzt erreicht. Soweit einzelne Länder in der Tabelle nicht genannt sind, ist das für Luxemburg geltende Tage- und Übernachtungsgeld anzusetzen. Sind Übersee und Außengebiete eines Landes nicht gesondert aufgeführt, gilt der für das Mutterland maßgebliche Satz. Die Werte stellen die steuerlichen zulässigen Auslandsreisekosten dar.

Neuerungen gegenüber dem bisherigen Schreiben

Das neue BMF-Schreiben hat zu verschiedenen Änderungen bei den Sätzen geführt. Diese sind in dem BMF-Schreiben durch einen Fettdruck gekennzeichnet und deshalb gut zu erkennen. Neben einer Vielzahl von Änderungen betreffend Länder von eher untergeordneter Bedeutung ergeben sich auch Änderungen bei wichtigen Ländern für Auslandsreisen.

Dies betrifft etwa

  • Griechenland,
  • Malaysia,
  • Russland,
  • Zypern  und
  • insbesondere die USA.

Die unterschiedlichen Sätze gerade in den USA zeigen, wie unterschiedlich das Preiseniveau innerhalb eines Landes sein kann.

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