23.02.2016 | Top-Thema Rahmenbedingungen für die eRechnung

eRechnung wird zur Pflicht (EU-Richtlinie 2014/55/EU)

Kapitel
Bis 2017 wird eine EU-Norm verabschiedet, die u.a. Kernelemente einer eRechnung festlegt.
Bild: Michael Bamberger

Die Richtlinie legt die Eckpfeiler und Kernelemente einer eRechnung fest. Bis zum 27.5.2017 muss außerdem die entsprechende Norm verabschiedet werden.

Mit der am 26. Mai 2014 in Kraft getretenen Richtlinie 2014/55/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen soll eine europäische Norm für die Kernelemente einer elektronischen Rechnung geschaffen werden. Die EU legt damit die Grundlage für ein einheitliches Rechnungsformat in den öffentlichen Verwaltungen fest. Die EU-Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass die öffentlichen Auftraggeber elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten, die der europäischen Norm für die elektronische Rechnung entsprechen.

Europäische Norm muss bis 27.5.2017 verabschiedet werden

Die EU Kommission wird bis zum 27.5.2017 mit der zuständigen europäischen Normungsorganisation eine europäische Norm schaffen, die

  • technologieneutral und mit den maßgeblichen internationalen Normen für die elektronische Rechnungsstellung vereinbar ist,
  • den notwendigen Schutz personenbezogener Daten und das Konzept des Datenschutzes durch Technik sowie die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit, der Datenminimierung und der Zweckbegrenzung berücksichtigt und
  • mit den einschlägigen Bestimmungen der Mehrwertsteuerrichtlinie 2006/112/EG in Einklang steht.

Vor allem soll die europäische Norm die Einrichtung zweckmäßiger, benutzerfreundlicher, flexibler und kosteneffizienter Systeme zur elektronischen Rechnungsstellung ermöglichen, die

  • die speziellen Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen sowie
  • von subzentralen öffentlichen Auftraggebern berücksichtigt und
  • sich darüberhinaus für die Verwendung im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen eignen.

Kernelemente einer eRechnung nach der EU-Norm

Neben der Erarbeitung einer europäischen Norm legt die Richtlinie die Kernelemente der Rechnung fest.

Diese umfassen unter anderem

  • Prozess- und Rechnungskennungen,
  • Rechnungszeitraum,

Ebenso zählen zu den Kernelementen der Rechnung Informationen über

  • den Verkäufer,
  • den Käufer,
  • den Zahlungsempfänger,
  • den Steuervertreter des Verkäufers,
  • die Auftragsreferenz,
  • die Lieferungsdetails,
  • die Anweisungen zur Ausführung der Zahlung,
  • über Zu- oder Abschläge sowie
  • zu den einzelnen Rechnungszeilenposten,
  • Rechnungsgesamtbeträge und
  • die Mehrwertsteueraufschlüsselung.

Die Mitgliedstaaten erlassen, veröffentlichen und wenden die Rechts- und Verwaltungsvorschriften an, die erforderlich sind, um der Richtlinie bis spätestens 27. November 2018 nachzukommen.


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Schlagworte zum Thema:  Elektronische Rechnung, Rechnung, Digitale Rechnung, ZUGFeRD

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