Praxis-Tipp: Weihnachtsgeschenke statt Weihnachtsfeier

2020 dürfen keine Weihnachtsfeiern stattfinden, als Alternative können Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern mit einem Weihnachtsgeschenk eine Freude bereiten. Worauf geachtet werden muss, lesen Sie hier.

Im Jahr 2020 ist alles anders

Weihnachten ist in Sicht und Unternehmen müssen wegen der Corona-Krise in diesem Jahr auf ihre sonst übliche Weihnachtsfeier verzichten. Weihnachtsfeiern liegen zwar als Betriebsveranstaltungen grundsätzlich im eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers und sind deshalb lohnsteuerfrei. Das nutzt jedoch nichts, wenn keine Feiern stattfinden dürfen.

Vorbereitungskosten einer Weihnachtsfeier als Betriebsausgaben buchen

Sind dem Unternehmer bei der Vorbereitung einer Weihnachtsfeier Kosten entstanden, z.B. durch die Reservierung eines Veranstaltungsorts, durch die Organisation eines Unterhaltungsprogramms usw., dann sind diese Kosten als Betriebsausgaben abziehbar. Da keine Weihnachtsfeier stattfindet, spielt die Höchstgrenze von 110 EUR pro Arbeitnehmer keine Rolle. Der Unternehmer wird seine Aufwendungen regelmäßig als „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ buchen können.

Virtuelle Geschäftsbesprechungen sind sinnvoll und weit verbreitet. Was auf geschäftlicher Ebene funktioniert, kann aber kein Ersatz für eine Weihnachtsfeier sein, bei der es letztlich darum geht, das Betriebsklima zu fördern. Außerdem entstehen durch rein virtuelle Begegnungen bei den teilnehmenden Arbeitnehmern regelmäßig keine geldwerten Vorteile, die der Besteuerung unterliegen könnten.

Weihnachtsgeschenke statt Weihnachtsfeier

Anstelle einer Weihnachtsfeier kann der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Weihnachtsgeschenke überreichen.

Grundsätzlich gilt, dass jede Zuwendung des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer – ob in bar oder als Sachgeschenk – durch das Arbeitsverhältnis veranlasst und damit ein zu versteuernder geldwerter Vorteil (Arbeitslohn) ist. Steuerfrei bleiben kann eine Arbeitgeberleistung nur dann, wenn dies im Einkommensteuergesetz oder in Verwaltungsanweisungen wie etwa in Richtlinien oder in BMF-Schreiben ausdrücklich festgelegt ist und die Modalitäten im Einzelnen geregelt sind. Ein solcher Sonderfall sind Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers gegenüber dem eigenen Personal.

Annehmlichkeiten und Gelegenheitsgeschenke des Arbeitgebers bleiben dann als Aufmerksamkeiten steuerfrei, wenn sie sich überwiegend als „notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzungen“ erweisen. Damit sind Aufmerksamkeiten überwiegend betrieblich veranlasste Sachzuwendungen/Geschenke des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer, die im gesellschaftlichen Verkehr üblicherweise ausgetauscht werden. Führt das "Geschenk" auf Arbeitnehmerseite zu keiner besonders ins Gewicht fallenden Bereicherung, löst die Arbeitgeberzuwendung keine Lohnsteuer aus.

Eine nur "unwesentliche" und damit lohnsteuerfreie Bereicherung nimmt die Finanzverwaltung bei Sachzuwendungen bis 60 EUR an, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer wegen eines besonderen Ereignisses, z.B. zum Weihnachtsfest, zukommen lässt. Lohnsteuerfreie Aufmerksamkeiten werden auf das Konto "Freiwillige soziale Aufwendungen, lohnsteuerfrei" gebucht.

Achtung! Bei der 60-Euro-Grenze handelt es sich um eine steuerliche Freigrenze und nicht um einen Freibetrag. D.h., wenn das Geschenk mehr als 60 EUR – beispielsweise 61 EUR – gekostet hat, wird der gesamte Betrag lohnsteuerpflichtig (61 EUR) und nicht nur der Differenzbetrag (1 EUR).

Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers sind nicht umsatzsteuerbar

Aufmerksamkeiten und Leistungen des Arbeitgebers gegenüber dem eigenen Personal, die überwiegend durch sein betriebliches Interesse veranlasst sind, zählen zu den nicht umsatzsteuerbaren Umsätzen. Das Umsatzsteuerrecht lehnt sich bei der Beurteilung, ob "Aufmerksamkeiten" vorliegen, eng an das Lohnsteuerrecht an. D.h., die Zuwendungen müssen im gesellschaftlichen Verkehr üblicherweise ausgetauscht werden und dürfen zu keiner ins Gewicht fallenden Bereicherung des Arbeitnehmers führen.

Weil solche Ausgaben des Arbeitgebers betrieblich veranlasst sind, hat er den Vorsteuerabzug aus den Rechnungen. Auch unter umsatzsteuerlichen Aspekten empfiehlt es sich, die Details über die steuerfreien Arbeitgebersachzuwendungen schriftlich zu dokumentieren, beispielsweise auf der Rückseite der jeweiligen Rechnungen.


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Schlagworte zum Thema:  Betriebsveranstaltung, Geschenk