26.01.2016 | Serie Jahresabschluss ‒ Investitionsabzugsbetrag Gestaltung 2015

Planung der Privatnutzung von nicht mehr als 10 %

Serienelemente
Die private Nutzung darf im Gesamtzeitraum nicht mehr als 10 % betragen.
Bild: Michael Bamberger

Der Investitionsabzugsbetrag darf nur dann geltend gemacht werden, wenn die private Nutzung nicht mehr als 10 % beträgt.

Die private Mitbenutzung ist unter 2 Aspekten zu beachten:

  • Bei der Bildung des Investitionsabzugsbetrags muss absehbar sein, dass die private Nutzung nicht mehr als 10 % betragen wird (Prognose).
  • Nach der Investition darf die private Nutzung im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr tatsächlich nicht mehr als 10 % betragen.

Ein Investitionsabzugsbetrag ist nach § 7g Abs. 4 Satz 1 EStG rückgängig zu machen, wenn das begünstigte Wirtschaftsgut nicht bis zum Ende des Wirtschaftsjahrs, das der Anschaffung oder Herstellung folgt, ausschließlich oder fast ausschließlich (mindestens zu 90 %) betrieblich genutzt wird.

Unklar war bisher, ob für den Investitionsabzugsbetrag eine schädliche Verwendung bereits dann vorliegt, wenn das Wirtschaftsgut in einem der beiden Wirtschaftsjahre zu mehr als 10 % privat genutzt wird. Wegen der unterschiedlichen Formulierungen in § 7g EStG vertritt die Finanzverwaltung nunmehr die Auffassung, dass im Gesamtzeitraum die private Nutzung nicht mehr als 10 % betragen darf. D. h., dass von der Anschaffung oder Herstellung bis zum Ende des der Anschaffung oder Herstellung folgenden Wirtschaftsjahres die 10 %-Grenze nicht überschritten wird. Eine schädliche Verwendung liegt demnach nicht vor, wenn das Wirtschaftsgut zwar in einem Wirtschaftsjahr zu mehr als 10 % privat genutzt wird, insgesamt aber nicht mehr als eine 10 %ige Privatnutzung vorliegt.

Praxis-Beispiel: Gesamtbetrachtung beim Investitionsabzugsbetrag

Ein Unternehmer hat am 1.12. einen Pkw angeschafft, für den er einen Investitionsabzugsbetrag beansprucht hatte. Laut Fahrtenbuch ist der Unternehmer im Dezember 3.000 km gefahren, davon entfallen 600 km (= 20 %) auf Privatfahrten. Im Folgejahr betrug die Jahresgesamtfahrleistung 25.000 km, davon entfielen 1.500 km (= 6 %) auf privaten Fahrten.

Sind die beiden Wirtschaftsjahre getrennt zu betrachten, müsste der Investitionsabzugsbetrag im Jahr seiner Bildung rückgängig gemacht werden. Bei einer Gesamtbetrachtung beider Jahre beträgt die private Nutzung (28.000 km zu 2.100 km =) 7,5 % und somit unter 10 %.

Konsequenz: Der Investitionsabzugsbetrag muss nicht rückgängig gemacht werden.

Schlagworte zum Thema:  Jahresabschluss, Investitionsabzugsbetrag, Privatnutzung

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