06.06.2011 | Buchführung & Kontierung

Lohnbuchhaltung: Gehaltsverzicht auch beim Gesellschafter-Geschäftsführer kein Arbeitslohn

Verzichtet ein Gesellschafter-Geschäftsführer ersatzlos auf bestehende oder künftige Entgeltansprüche, so fließen ihm keine Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit zu.

Zufluss von Arbeitslohn

Ein Zufluss von Arbeitslohn liegt steuerlich vor, wenn der Mitarbeiter über die Einnahme wirtschaftlich verfügen kann. Dies bedeutet, dass sein Vermögen durch eine durch das Arbeitsverhältnis veranlasste Zuwendung tatsächlich vermehrt worden ist.

Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer

Bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern einer GmbH wird ein Zufluss von Arbeitslohn bereits dann angenommen, wenn sie über eine von der Gesellschaft geschuldete Vergütung bereits im Zeitpunkt der Fälligkeit verfügen können und ihnen damit entsprechende Einnahmen zugeflossen sind. Allerdings ist zu beachten, dass von einer solchen Zuflussfiktion nur Gehaltsbeträge und sonstige Vergütungen erfasst werden, die die GmbH den sie beherrschenden Gesellschaftern schuldet und die sich bei der Ermittlung ihres Einkommens mindernd ausgewirkt haben.

Kein Zufluss von Arbeitslohn

Der Bundesfinanzhof verneint daher einen Zufluss von Arbeitslohn, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer gegenüber der GmbH auf bestehende oder künftige Entgeltansprüche ersatzlos verzichtet. Im Streitfall wurde dem Gesellschafter-Geschäftsführer das vertraglich zugesagte Weihnachtsgeld in Höhe von einem Monatsgehalt nicht ausgezahlt, obwohl sich die GmbH nicht in Zahlungsschwierigkeiten befand. Eine entsprechende Änderung des Geschäftsführer-Anstellungsvertrags war nicht vorgenommen worden. Die GmbH hatte das entsprechende Weihnachtsgeld weder als Aufwand gebucht noch dafür entsprechende Passivposten in der Bilanz ausgewiesen. Aufgrund dessen ging der Bundesfinanzhof von einem nicht zum Zufluss führenden Gehaltsverzicht des Gesellschafter-Geschäftsführers aus (BFH, Urteil v. 3.2.2011, VI R 4/10).

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