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Lohnbuchhaltung: Ausstellung der Lohnsteuerbescheinigungen 2011

Alle Jahre wieder: Arbeitgeber sind verpflichtet, der Finanzverwaltung bis zum 28. Februar 2012 (trotz Schaltjahr!) die elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen für 2011 zu übermitteln. Lesen Sie jetzt, welche Neuerungen und Besonderheiten beim Abschluss des Lohnsteuerabzugs 2011 zu beachten sind.

Verfahren

Dem Arbeitnehmer ist ein nach amtlich vorgeschriebenem Muster gefertigter Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung mit Angabe der neuen Steuer-Identifikationsnummer auszuhändigen oder elektronisch bereitzustellen. Eine Verwendung der alten eTIN ist nur noch dann zulässig, wenn die steuerliche Identifikationsnummer nicht ermittelbar ist.

 

Inhalte

Versorgungsbezüge

Unter Nr. 8 sind Versorgungsbezüge einzutragen. Werden einem Versorgungsempfänger zusätzlich zum laufenden Versorgungsbezug weitere Zuwendungen und geldwerte Vorteile (z. B. steuerpflichtige Fahrtkostenzuschüsse, Freifahrtberechtigungen, Kontoführungsgebühren) gewährt, zählen diese ebenfalls zu den unter Nr. 8 zu bescheinigenden Versorgungsbezügen. Dies gilt auch für die unter Nr. 29 einzutragende Bemessungsgrundlage für den Versorgungsfreibetrag.

 

Ausland

Unter Nr. 16 a) ist der nach Doppelbesteuerungsabkommen und unter Nr. 16 b) der nach dem Auslandstätigkeitserlass steuerfreie Arbeitslohn auszuweisen.

 

Spesen

Unter Nr. 20 sind die steuerfreien Verpflegungszuschüsse (wenn entsprechende Eintragungen im Lohnkonto bestehen, vgl. BMF-Schreiben v. 27.1.2004, BStBl 2004 I S. 173) und die steuerfreien geldwerten Vorteile aus einer Mahlzeitengestellung (tatsächlicher Wert der Mahlzeit) bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten zu bescheinigen. Bei Anwendung des Sachbezugswertes haben die unentgeltliche Gewährung von Mahlzeiten sowie die Zuzahlung des Arbeitnehmers zu gewährten Mahlzeiten auf die Höhe der zu bescheinigenden Beträge keinen Einfluss (BMF, Schreiben v. 13.7.2009, BStBl 2009 I S. 771).

 

Rentenversicherung

Der Arbeitgeberanteil der Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen und an berufsständische Versorgungseinrichtungen, die den gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringen (BMF, Schreiben v. 7.2.2007, BStBl 2007 I S. 262), ist getrennt unter Nr. 22 a) und b) auszuweisen, der entsprechende Arbeitnehmeranteil unter Nr. 23 a) und b).

 

Arbeitslosenversicherung

Arbeitnehmerbeiträge zur Arbeitslosenversicherung sind unter Nr. 27 zu bescheinigen; dies gilt auch bei Beitragszahlungen an ausländische Sozialversicherungsträger.

 

Private Krankenversicherung

Unter Nr. 28 des Ausdrucks sind die vom Arbeitnehmer nachgewiesenen Beiträge zur privaten Krankenversicherung und privaten Pflege-Pflichtversicherung zu bescheinigen. Begünstigt sind nur die vom Versicherungsunternehmen bescheinigten Beiträge über die Basisabsicherung.

Es sind die kumulierten Monatsbeiträge, die auf den Zeitraum der Beschäftigung entfallen, zu bescheinigen. Dies gilt auch dann, wenn beim Lohnsteuerabzug in einzelnen Kalendermonaten die Mindestvorsorgepauschale zu berücksichtigen war oder bei fortbestehendem Dienstverhältnis kein Arbeitslohn gezahlt wurde (z. B. Krankheit ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung). Unterjährige Beitragsänderungen sind zu berücksichtigen.

Bei der Ermittlung des zu bescheinigenden Beitrags ist auf volle Monatsbeiträge abzustellen, auch wenn das Dienstverhältnis nicht den ganzen Monat bestand. Soweit Beiträge zur privaten Krankenversicherung und Pflege-Pflichtversicherung nachgewiesen werden, jedoch kein Arbeitslohn gezahlt wird, ist keine Lohnsteuerbescheinigung auszustellen.

 

BMF, Schreiben v. 23.8.2010, IV C 5 -S 2378/09/10006

 

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