27.06.2012 | IFRS

Neues zu ED Leases - Bilanzierung beim Leasingnehmer

Bild: Haufe Online Redaktion

Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sollen grundsätzlich in der Bilanz gezeigt werden. Das IASB und FASB haben sich im Rahmen ihrer gemeinsamen Treffen vorläufig geeinigt.

Nach diversen Diskussionen zum gemeinsamen Projekt zu Leasingverhältnissen haben sich das International Accounting Standards Board (IASB) und sein US-amerikanisches Pendant, das Financial Accounting Standards Board (FASB) bei der Bilanzierung beim Leasingnehmer (vorläufig) geeinigt.

Es wurde klargestellt, dass Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr grundsätzlich in der Bilanz gezeigt werden sollen („The boards have reached agreement on a proposed approach to put leases over one year on the balance sheet“). Damit wird weiterhin für den Leasingnehmer nach dem right-of-use Ansatz ein „on balance“-approach verfolgt.

Mehr Diskussionsbedarf bestand allerdings hinsichtlich der Erfassung der damit verbundenen Aufwendungen. Hierzu einigten sich IASB und FASB (vorläufig) auf einen Vorschlag, der vorsieht, dass Leasingverträge auf eine von zwei Arten bilanziert werden können:

·  unter Anwendung eines Ansatzes, der bereits aus dem ursprünglichen Entwurf in 2010 bekannt ist bzw. diesem sehr ähnlich ist (Einbuchung eines planmäßig - meist linear abzuschreibenden right-of-use-asset, korrespondierend eine finanzielle Verbindlichkeit at amortised cost) und in Summe eine nicht-lineare Aufwandsverrechnung bedingt oder

·  unter Anwendung eines Ansatzes, der zu einer linearen Aufwandserfassung führt.

Hinsichtlich des letzten Punktes wird in der offiziellen Pressemitteilung klargestellt: "The boards carefully considered the diverse views of stakeholders about whether the income statement profile of all leases should be the same. On balance, we decided that leases that convey a relatively small percentage of the life or value of the leased asset should be recognized evenly over the lease term."

Ein gemeinsamer (finaler) Entwurf wird im vierten Quartal 2012 erwartet (s.a. http://www.ifrs.org/Alerts/PressRelease/Leases+13+June+2012.htm)

Praxistipp

Nachdem es etwas ruhig zum Thema Leasing geworden war, ist nun zumindest eine (Teil-)Klarheit bei der Bilanzierung beim Leasingnehmer erreicht worden. Der right-of-use-Ansatz bleibt bestehen, somit auch die grundsätzliche Verpflichtung, alle langfristigen Miet-/Leasingverhältnisse „on-balance“ zu zeigen. Inwiefern der nun vorgeschlagene Ansatz der rein aufwandswirksamen Erfassung von „minderwertigen“ Miet-/Leasingverhältnisse (gemessen am Anteil an der Gesamtlaufzeit oder -wert) eine neue Möglichkeit der „off-balance“ Strukturierung mit sich bringt, bleibt abzuwarten.

Schlagworte zum Thema:  Leasing

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