| Geschenke unter Geschäftsfreunden

Betriebseinnahme bzw. Betriebsausgabe?

Der Beschenkte muss keine Einnahmen versteuern, wenn der Schenker ihm mitteilt, dass er die Zuwendung pauschal versteuert.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ob zu Ostern, zu Weihnachten oder aufgrund von Geburtstagen – kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Nicht nur privat, auch geschäftlich. Wann darf ein Unternehmer Geschenke als Betriebsausgaben abziehen? Muss der Beschenkte diese als Betriebseinnahme erfassen?

Unterscheidung nach dem Zweck der Zuwendung von Geschenken

Unternehmen haben bei Zuwendungen an Nichtarbeitnehmer zunächst die folgende Ausgangssituation:

  • Erfolgt die Zuwendung aus eigenem betrieblichen Interesse, z. B. für Werbezwecke, sind die Kosten als Betriebsausgaben abziehbar (Bewirtungskosten zu 70 %), ohne dass sie beim Empfänger versteuert werden.
  • Geschenke an Geschäftsfreunde (Nichtarbeitnehmer) darf der Unternehmer nur dann als Betriebsausgaben abziehen, wenn ihr Wert pro Person und Jahr nicht mehr als 35 EUR beträgt. Ausnahme: Geschenke, die ausschließlich betrieblich genutzt werden können.
  • Privatgeschenke haben keine steuerlichen Auswirkungen.

Der Beschenkte braucht den Wert des Geschenks nicht als Betriebseinnahme zu erfassen, wenn ihm der Schenker mitgeteilt hat, dass er die Steuer gem. § 37b EStG übernommen hat. Die Besteuerung unterbleibt auch bei Streuwerbeartikeln bis 10 EUR je Artikel und geringwertigen Warenproben, die nicht als Geschenke i. S. d. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 EStG einzustufen sind (BMF, Schreiben v. 19.5.2015, IV C 6 - S 2297 -b/14/10001, Rz. 10).

Besonderheiten bei Geschenken an Geschäftsfreunde

Ist der Beschenkte ein Unternehmer, muss er den Wert des Geschenks (Marktwert) i. d. R. als Betriebseinnahme erfassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob und in welchem Umfang der Schenkende die Aufwendungen als Betriebsausgaben abziehen kann. Der Beschenkte muss

  • bei privater Verwendung des Geschenks den Wert als Betriebseinnahme und anschließend als Privatentnahme erfassen,
  • bei betrieblicher Verwendung des Geschenks den Wert als Betriebseinnahme und gleichzeitig als Betriebsausgabe erfassen.
  • keine Einnahmen versteuern, wenn der Schenker ihm mitteilt, dass er die Zuwendung pauschal versteuert.

Praxis-Tipp: Kleine Werbegeschenke werden nicht besteuert

Der Beschenkte braucht den Wert des Geschenks nicht als Einnahme zu erfassen, wenn es sich nur um Kleinigkeiten bzw. Gegenstände von geringem Wert bis 10 EUR (Streuwerbeartikel) handelt, z. B. Stifte, Einwegfeuerzeuge usw. Maßgebend für die Bagatellgrenze sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beim Schenker.

>Weitere Informationen zu Geschenke an Geschäftsfreunde finden Sie hier

Schlagworte zum Thema:  Geschenk, Betriebsausgabenabzug

Aktuell

Meistgelesen