28.04.2016 | Geschenke an Geschäftsfreunde

Wann die Kosten zu 100 % als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen

Liegt eine konkrete Gegenleistung vor, handelt es sich nicht um ein Geschenk.
Bild: Haufe Online Redaktion

Betriebsprüfer nehmen in der Buchhaltung als Betriebsausgaben gebuchte Geschenke besonders ins Visier. Wann dürfen die Kosten für Geschenke betriebsprüfungssicher voll als Betriebsausgaben gebucht werden?

Ein Geschenk muss kostenlos sein und ohne Gegenleistung bleiben

Ein Geschenk setzt eine unentgeltliche Zuwendung an den Empfänger voraus (R 4.10 Abs. 4 EStR). Der Zweck, Geschäftsverbindungen anzubahnen, zu sichern oder zu verbessern, ist keine Gegenleistung. Der Sinn und Zweck von Geschenken ist ja gerade der, sich in Erinnerung zu bringen.

Liegt eine konkrete Gegenleistung vor, handelt es sich nicht um ein Geschenk, sodass die pauschale Besteuerung nach § 37b EStG nicht angewendet werden kann. Deshalb können diese Aufwendungen uneingeschränkt als Betriebsausgaben abgezogen werden:

  • Provisionen,
  • Werbeaufwendungen und
  • Zugaben.

Beispiele zur Abgrenzung: Geschenk ja oder nein?

  • Die kostenlose Bewirtung ist kein Geschenk bzw. kein entgeltlicher Vorteil. Das ist die Auffassung der Finanzverwaltung (R 4.10 Abs. 4 EStR.). Der BFH vertritt eine andere Auffassung. Wenn in der Bewirtung eine einkommensteuerlich relevante Zuwendung zu sehen ist, ist der Wert der Bewirtung vom Bewirteten zu versteuern oder ggf. pauschal gem. § 37b EStG durch den bewirtenden Unternehmer.
  • Blumen sind im Allgemeinen als Geschenke einzustufen. Blumen und Kränze bei Beerdigungen jedoch nicht.
  • Kulanzleistungen sind wegen des Zusammenhangs mit dem vorhergehenden Kauf keine Geschenke.
  • Kundenservice, der unentgeltlich erbracht wird, ist kein Geschenk, weil er im Zusammenhang mit einem vorhergehenden Kauf erfolgt und derartige Leistungen regelmäßig im Kaufpreis einkalkuliert sind.
  • Preise bei Preisausschreiben sind keine Geschenke.
  • Rabatte sind keine Geschenke. Sie mindern vielmehr die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des angeschafften Wirtschaftsguts.
  • Spargeschenkgutscheine und darauf beruhende Gutschriften sind keine Geschenke.
  • Sponsoring bedeutet, dass eine Gegenleistung vorhanden ist, sodass es sich nicht um ein Geschenk handelt.
  • Theaterkarten und andere Eintrittskarten sind Geschenke.
  • Trinkgelder sind zusätzliches (freiwilliges) Entgelt für eine Gegenleistung und somit kein Geschenk.
  • Werbeprämien sind als Gegenleistung für die Vermittlung neuer Kunden einzustufen. Es handelt sich daher nicht um Geschenke.

Diese Geschäftsvorfälle werden als Werbekosten und nicht als Geschenk beurteilt

  • Warenproben und Werbeartikel, die an eine Vielzahl von Empfängern verteilt werden, deren Identität meist nicht bekannt ist, z. B. bei Werbevorführungen in Kaufhäusern.
  • Eine Zeitung gibt Gutscheine für ein i. d. R. befristetes kostenloses oder verbilligtes Abonnement aus.
  • Der Unternehmer lässt auf seine Kosten in öffentlichen Anlagen oder auf öffentlichen Plätzen eine Bank, Schutzhütte oder ein Kunstwerk errichten, wobei sein Unternehmen durch eine Hinweistafel als Spender ausgewiesen ist

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Schlagworte zum Thema:  Geschenk, Betriebsausgaben

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