18.05.2012 | Top-Thema Geschenk- und Tankgutscheine

Reaktion der Finanzverwaltung

Kapitel
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Verwaltung will die aus Sicht des Steuerzahlers deutlich einfachere und großzügigere Sichtweise des BFH übernehmen und die Urteile veröffentlichen. Ein Anwendungsschreiben soll es nicht geben.

Wichtig: Ab sofort keine Anwendung mehr für R 8.1 Abs. 1 Satz 7 LStR

„Ein bei einem Dritten einzulösender Gutschein ist dann kein Sachbezug, wenn neben der Bezeichnung der abzugebenden Ware oder Dienstleistung ein anzurechnender Betrag oder Höchstbetrag angegeben ist. Die Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG findet keine Anwendung.“

Ebenso sind die in H 8.1 (1-4) LStH unter dem Stichwort „Warengutscheine“ dargestellten Beispiele zu Tankgutscheine und Tankkarten überholt.

Neue BFH-Urteile

In den vom BFH entschiedenen Streitfällen

  • hatten die Mitarbeiter bei einer größeren Buchhandelskette einlösbare Gutscheine über einen in Euro lautenden Höchstbetrag für den Bezug einer Sache aus deren Warensortiment erhalten oder
  • durften die Mitarbeiter mit vom Arbeitgeber ausgestellten Tankgutscheinen bei einer Tankstelle ihrer Wahl 30 Liter Treibstoff tanken und sich die Kosten dafür von ihrem Arbeitgeber erstatten lassen oder
  • hatten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern das Recht eingeräumt, auf ihre Kosten gegen Vorlage einer Tankkarte bei einer bestimmten Tankstelle bis zu einem Höchstbetrag von 44 EUR monatlich zu tanken.

Nach bisheriger Verwaltungsauffassung lag in allen Fällen steuer- und sozialversicherungspflichtiger Barlohn vor.

Der BFH hat dagegen in sämtlichen Streitfällen Sachlohn angenommen und damit die Anwendung der Sachbezugsfreigrenze ermöglicht.

Schlagworte zum Thema:  Geschenkgutschein, Entgelt, Tankgutschein, Bundesfinanzhof (BFH)

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