18.05.2012 | Top-Thema Geschenk- und Tankgutscheine

Einführung

Kapitel
Bild: Michael Bamberger

Für Sachbezüge gilt eine monatliche Freigrenze von 44 EUR (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG). Die Freigrenze setzt die Einzelbewertung von Sachbezügen voraus (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG) und ist deshalb z. B. nicht auf Mahlzeiten anwendbar, die mit dem Sachbezugswert angesetzt werden. Bei der Bewertung von Sachgeschenken des Arbeitgebers (z. B. CD, Präsentkorb, Buch, Flasche Wein) ist sie hingegen anzuwenden. Dies gilt auch für die Gewährung von Warengutscheinen.

Ein bei einem Dritten einzulösender Warengutschein wurde bisher von der Finanzverwaltung nur dann als Sachbezug anerkannt, wenn die Ware oder Dienstleistung der Art und Menge nach konkret bezeichnet war. Wenn neben der Bezeichnung der abzugebenden Ware oder Dienstleistung ein anzurechnender Betrag oder Höchstbetrag angegeben war, hat die Verwaltung einen Sachbezug verneint. Sie ging davon aus, dass ein solcher Gutschein die Funktion von Bargeld hat, was für die Annahme eines Sachbezugs und die Anwendung der 44-EUR-Freigrenze schädlich ist (R 8.1 Abs. 1 Satz 7 LStR).

Beim Bezug von Kraftstoff mittels Tankkarte des Arbeitgebers lag nach bisheriger Verwaltungsauffassung ebenfalls in vielen Fällen kein Sachbezug des Arbeitnehmers vor. Tankkarten hatten in der Regel Bargeldfunktion und wirkten wie eine Firmenkreditkarte. Anders war es nur, wenn Benzingutscheine über eine Kundenkarte des Arbeitgebers abgerechnet wurden, die bei der Tankstelle verblieb. Dieser Weg war in der Praxis aber kaum realisierbar.

Schlagworte zum Thema:  Geschenkgutschein, Entgelt, Tankgutschein, Bundesfinanzhof (BFH)

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