15.08.2016 | Top-Thema Forderungsmanagement

Scoring: Vorsicht bei Datenübermittlung an Auskunfteien

Kapitel
Der § 28a BDSG regelt, unter welchen Voraussetzungen Auskunfteien Daten über säumige Zahler erhalten dürfen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Auskunfteien Daten über säumige Zahler erhalten?

Dies ist in § 28a BDSG geregelt. Auskunfteien dürfen demnach Schuldnerdaten vom Unternehmer nur erhalten, wenn

  • die Forderung rechtskräftig tituliert ist oder
  • der Schuldner die Forderung ausdrücklich anerkannt hat oder
  • der Schuldner nach Fälligkeit der Forderung mindestens 2-mal schriftlich gemahnt worden ist, zwischen der 1. Mahnung und der Übermittlung der Daten an die Auskunftei mindestens 4 Wochen liegen, der Gläubiger oder etwa das beauftragte Inkassounternehmen den säumigen Zahler rechtzeitig, jedoch frühestens bei der 1. Mahnung darüber unterrichtet hat, dass seine Daten an eine Auskunftei übermittelt werden würden, und der säumige Zahler die Forderung nicht bestritten hat oder
  • das der Forderung zugrunde liegende Vertragsverhältnis wegen Zahlungsrückständen fristlos gekündigt werden kann und der Gläubiger bzw. sein Vertreter den Schuldner über die bevorstehende Übermittlung seiner Daten informiert hat.

In der Praxis gilt Obiges für Forderungen gegen natürliche Personen (Verbraucher und Einzelkaufleute, Freiberufler) und die Ein-Personen-GmbH bzw. für die Ein-Personen-Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt.

Zusammenarbeit mit Inkassobüros ist problemlos möglich

Wenn Gläubiger Inkassounternehmen mit der Einziehung von fälligen Forderungen beauftragen, dürfen sie ihnen auch weiterhin Daten ihrer Schuldner übermitteln.

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Schlagworte zum Thema:  Forderung, Scoring, Forderungsmanagement, Bonität, Mahnung, Debitorenbuchhaltung

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