23.09.2014 | Serie Firmen-Pkw: Elektrofahrzeuge

Fahrtenbuch: Ermittlung des tatsächlichen Nutzungswerts

Serienelemente
Ermittlung des tatsächlichen Nutzwerts anhand eines Fahrtenbuchs
Bild: Michael Bamberger

Die pauschale 1 %-Regelung kann nicht angewendet werden, wenn die betriebliche Nutzung des Fahrzeugs nicht mehr als 50% beträgt. Ist dies der Fall oder ermittelt der Unternehmer die private  Nutzung mithilfe eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs, erfasst er die tatsächlichen Aufwendungen, die auf die private Nutzung des Kraftfahrzeugs entfallen.

Um hier die gleiche Wirkung zu erzielen wie bei der Anwendung der 1 %-Methode, werden die Anschaffungskosten des Batteriesystems bei der Ermittlung der Gesamtkosten herausgerechnet. D. h., für die Ermittlung der privaten Nutzung wird die Abschreibung entsprechend gemindert.

Praxis-Beispiel: Ermittlung der Privatfahrten lt. Fahrtenbuch

Herr Huber erwirbt im Januar 2014 ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16 kWh. Der Bruttolistenpreis beträgt 43.000 EUR, die tatsächlichen Anschaffungskosten (AK) 40.000 EUR. Die betriebliche Nutzung gem. Fahrtenbuch beträgt 83 %. Der private Nutzungsanteil von 17 % ist wie folgt zu ermitteln:

Bei der Ermittlung der Gesamtkosten sind die Anschaffungskosten um den pauschal ermittelten Minderungsbetrag i. H. v. 7.200 EUR (16 kWh × 450 EUR) zu mindern. Die Abschreibung ist mit 5.466,66 EUR anzusetzen (40.000 EUR – 7.200 EUR = 32.800 EUR, verteilt auf 6 Jahre). Daneben sind Aufwendungen für die Versicherung mit 1.000 EUR und Kosten für den Strom i. H. v. 890 EUR angefallen. Die private Nutzung ist mit folgendem Betrag anzusetzen:

PositionenGewinnerhöhungBemessungsgrundlage Umsatzsteuer

Abschreibung:

  • nach reduzierten AK
  • nach tatsächlichen AK

5.466,66

6.666,66

Versicherung

1.000,00

-----

Stromkosten

890,00

890,00

Summe

7.356,66

7.556,66

Privater Nutzungsumfang 17 % =

1.250,63

1.284,63

Umsatzsteuer

 

244,08

Die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist höher als der Betrag, der ertragsteuerlich gewinnerhöhend zu erfassen ist. Buchungstechnisch kann es aufgrund dessen Probleme geben. Bei der Zuordnung sollte daher wie folgt vorgegangen werden:

Gewinnerhöhung nach reduzierter Abschreibung

1.250,63 EUR

Umsatzsteuer 19 %

  237,62 EUR

Unentgeltliche Wertabgabe

1.488,25 EUR

Der Differenzbetrag (244,08 EUR – 237,62 EUR =) 6,46 EUR Umsatzsteuer ist ggf. getrennt zu buchen.

Konto SKR 03 SollKontenbezeichnungBetragKonto SKR 03 HabenKontenbezeichnungBetrag

1880

Unentgeltliche Wertabgaben

1.488,25

8921

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Kfz-Nutzung)

1.250,63

 

 

 

1776

Umsatzsteuer 19 %

237,62

Konto SKR 03 SollKontenbezeichnungBetragKonto SKR 03 HabenKontenbezeichnungBetrag
1880Unentgeltliche Wertabgaben6,461770Umsatzsteuer6,46
Konto SKR 04 SollKontenbezeichnungBetragKonto SKR 04 HabenKontenbezeichnungBetrag
2130Unentgeltliche Wertabgaben1.488,254645Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Kfz-Nutzung)1.250,63
3806Umsatzsteuer 19 %237,62
Konto SKR 04 SollKontenbezeichnungBetragKonto SKR 04 HabenKontenbezeichnungBetrag
2130Unentgeltliche Wertabgaben6,463800Umsatzsteuer6,46

Sind die Kosten für das Batteriesystem nicht im Kaufpreis enthalten, weil dafür ein zusätzliches Entgelt, z. B. in Form von Leasingraten, gezahlt wird, ist bei der Ermittlung der Kostendeckelung die tatsächliche Abschreibung anzusetzen. Allerdings sind zu Ermittlung der Kostendeckelung alle zusätzlichen Kosten für das Batteriesystem unberücksichtigt zu lassen (Leasingraten für das Batteriesystem, Reparaturkosten, Wartungskosten der Batterie sowei Versicherung des Batteriesystems). Bei der Umsatzsteuer findet keine Kostendeckelung statt.

Hier finden Sie dazu ein weiteres Praxis-Beispiel.

Schlagworte zum Thema:  Kostendeckelung, Elektroauto, 1%-Regelung, Anschaffungskosten, Private Pkw-Nutzung, Fahrtenbuch, Dienstwagen, PkW, Pkw-Nutzung

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