19.01.2016 | Serie Jahresabschluss ‒ Investitionsabzugsbetrag Gestaltung 2015

Erhöhung bzw. Aufstockung des Investitionsabzugsbetrags

Serienelemente
Wurde der Investitionsabzugsbetrag nicht voll ausgeschöpft, darf dieser im Folgejahr aufgestockt werden.
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Beantragt der Unternehmer einen gewinnmindernden Investitionsabzugsbetrag für ein Wirtschaftsgut, kann er diesen in einem Folgejahr innerhalb des 3-jährigen Investitionszeitraums bis zum gesetzlichen Höchstbetrag aufstocken.

Die gegenteilige Auffassung der Finanzverwaltung ist durch die BFH-Rechtsprechung überholt. Es ist also nicht mehr erforderlich, den Investitionsabzugsbetrag von vornherein für das richtige Wirtschaftsgut in der maximalen Höhe geltend zu machen.

Praxis-Tipp: Verteilungsspielraum nutzen

Ein Investitionsabzugsbetrag, der in einem Jahr gebildet wurde, kann im nächsten Jahr weiter aufgestockt werden. Hat der Unternehmer einen Investitionsabzugsbetrag nicht voll ausgeschöpft, dann darf er nach Urteil des BFH die Differenz ganz oder teilweise nachholen. Dieselben Grundsätze gelten auch dann, wenn sich die voraussichtlichen Anschaffungskosten erhöhen und der Unternehmer deshalb beantragt, den Investitionsabzugsbetrag für die Differenz in einem späteren Jahr anzuerkennen. Bei der Bildung ist es also möglich, die Steuerbelastung gezielt zu beeinflussen.
Es ist allerdings nicht möglich, den Investitionsabzugsbetrag nur teilweise aufzulösen. Hier gilt das Prinzip «Alles oder Nichts».

Wilhelm Krudewig, Steuerberater, Meckenheim / Online Redaktion Haufe

Jahresabschluss, Investitionsabzugsbetrag