17.12.2013 | Betriebliche Geschenke

Die 35-Euro-Grenze oder: eine Ausnahme von der Regel

Unter Umständen sind auch teure Geschenke möglich.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Jeder Unternehmer kennt diese goldene Regel: Der Wert eines Geschenks an einen Kunden oder Geschäftspartner darf netto nicht mehr als 35 Euro kosten, sonst besteht kein Recht auf den Betriebsausgaben- und den Vorsteuerabzug. Doch zu dieser goldenen Regel gibt es eine Ausnahme.  

Um Kunden und Geschäftspartner oder deren Arbeitnehmer teurer als netto 35 Euro beschenken zu können, ohne den Verlust des Betriebsausgabenabzugs und des Vorsteuerabzugs zu riskieren, gilt folgendes oberstes Prinzip: Der Selbstständige muss ein Präsent auswählen, das der Beschenkte nur für seine beruflichen Aktivitäten nutzen kann (Richtlinie 4.10. Abs. 2 Satz 4 Einkommensteuerrichtlinien). In diesem Fall gilt die Beschränkung des Geschenkwerts auf 35 Euro nicht.

Beispiele:

Eine Unternehmerin schenkt einem langjährigen Geschäftspartner, einem Gastronomen, eine Gastro-Kaffeemaschine mit Werbelogo für 3.000 Euro.

Ein selbstständiger Fotograph schenkt einem Geschäftspartner für seine Werbeagentur ein Bildbearbeitungsprogramm im Wert von 1.200 Euro.

Ein selbstständiger Arzt schenkt einem Arzt, der seine Praxis in der Urlaubszeit betreut, eine Fachbuchreihe im Wert von 800 Euro.

In all diesen Fällen ist der Betriebsausgabenabzug erlaubt, obwohl die Geschenke einen Wert von mehr als 35 Euro haben. Denn die schenkenden Unternehmer haben darauf geachtet, dass die Geschenke nur betrieblich zu verwenden sind.

Praxis-Tipp:

Um bei einer Jahre später stattfinden Betriebs- oder Umsatzsteuerprüfung nicht in Nachweisnot zu kommen, macht es Sinn, von dem Präsent ein Foto zu schießen und bei den Geschäftsunterlagen aufzubewahren. Mit einem Foto lassen sich die Zweifel des Finanzamtsprüfers meist schneller ausräumen als mit der bloßen Rechnung.

Das sollten Unternehmer bei teuren Geschenken beachten

Pauschalsteuer: Damit der Beschenkte richtig Freude an seinem Präsent hat und keine Einnahmen dafür versteuern muss, kann der Schenker die 30-prozentige Pauschalsteuer nach § 37b EStG ans Finanzamt abführen. Ist das Geschenk abziehbar, darf auch die Pauschalsteuer als Betriebsausgabe verbucht werden.

Getrennte Aufzeichnung: Die Aufwendungen für das Präsent müssen auf einem separaten Konto „Geschenke abziehbar“ verbucht werden (§ 4 Abs. 7 EStG). Wer die Kosten zusammen mit anderen Betriebsausgaben (z.B. sonstige Aufwendungen) verbucht, verliert den Betriebsausgaben- und Vorsteuerabzug.

Schlagworte zum Thema:  Betriebsausgaben, Vorsteuerabzug, Geschenk

Aktuell

Meistgelesen