18.02.2013 | Bewirtung

Erhöhte Nachweispflicht von Aufwendungen

Bild: Haufe Online Redaktion

Bewirtungsaufwendungen sind nur zum Abzug zugelassen, wenn der Gastwirt oder sein Angestellter selbst den Namen des Bewirtenden und seine Adresse auf dem Bewirtungsbeleg vermerkt. Damit bestätigte der Bundesfinanzhof die Auffassung der Finanzverwaltung.

Noch nicht abschließend geklärt ist jedoch, ob dies auch für Bewirtungsbelege über Kleinbeträge bis 150 Euro gilt.

Pflichtangaben eines Bewirtungsbelegs

Ein Bewirtungsbeleg muss folgende Informationen zwingend enthalten:

  • Ort,
  • Tag,
  • Teilnehmer (inklusive bewirtender Person),
  • Anlass der Bewirtung,
  • Höhe der Aufwendungen

Wichtig: Auf der Gaststättenrechnung muss der Name des Bewirtenden vermerkt werden (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG), um einen Missbrauch durch Dritte zu vermeiden. Außerdem muss die Gaststättenrechnung zwingend den Bewirtungsbelegen beigefügt werden.

Gaststätteninhaber muss selbst seinen Namen vermerken

Mit Urteil vom 18.4.2012 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (Az.: X R 57/09, BFH/NV 2012, 1688), dass der Name der bewirtenden Person nur durch den Gaststätteninhaber selbst oder von einem seiner Mitarbeiter auf der Rechnung vermerkt werden darf. Damit hat der BFH leider die bisherige Auffassung der Finanzverwaltung (R 4.10 Abs. 8 ff. EStR) bestätigt.

Wichtig: Ein Selbsteintrag ist ausgeschlossen, d.h. die bewirteten Personen dürfen den Namen des Bewirtenden nicht selbst eintragen. Nachträgliche Ergänzungen der Gaststättenrechnungen – beispielsweise bei der Buchhaltung - sind ebenfalls unzulässig.

Umsatzsteuergrenze von 150 Euro gilt für Bewirtungsbelege

Im Umsatzsteuerrecht existiert eine Grenze von brutto 150 Euro (§ 33 USt-DV), wonach Rechnungen im Umsatzsteuerrecht auch dann gültig und zum Vorsteuerabzug zugelassen sind, wenn der Name des Rechnungsempfängers nicht vermerkt ist. Diese Vereinfachungsregelung für Kleinbeträge bis 150 Euro ist auch bei (ertragsteuerlichen) Bewirtungsbelegen anwendbar.

Praxis-Hinweis: Die obig beschriebene Grenze von 150 Euro bezieht sich auf den Gesamtbewirtungsbetrag und nicht auf den steuerlich abzugsfähigen Betrag (70 %).

Wichtig: Das BFH-Urteil vom 18.4.2012 wurde bisher nicht im Bundessteuerblatt veröffentlicht. Es bleibt abzuwarten, ob die Finanzverwaltung gegen dieses Urteil mit einem so genannten Nichtanwendungserlass reagiert, d.h. die durch den BFH ausgesprochene Vereinfachungsregelung bis 150 Euro brutto für nicht anwendbar erklärt.

Somit bleibt für jeden Unternehmer, der von der Vereinfachung Gebrauch macht, ein Restrisiko.

Zusätzliche Unterschrift des Gastwirts für Nachweiszwecke

Um Vorwürfe seitens der Finanzverwaltung zu vermeiden, sollte der Gastwirt bzw. das Bedienungspersonal (nach Eintragung des Namens des Bewirtenden) rein zu Beweiszwecken zusätzlich persönlich auf dem Beleg unterschreiben. Für diejenigen, die auf Nummer sicher gehen möchten, empfiehlt es sich darüber hinaus, den eigenen Firmenstempel in die Gaststätte mitzunehmen und vom Gastwirt (nicht vom Bewirtenden) anbringen zu lassen. Anschließend sollte (um einen eindeutigen Fakturierungsnachweis erbringen zu können) der Gastwirt oder die Bedienung neben dem Stempel für das Anbringen des Stempels unterschreiben.

Praxis-Hinweis: Ungelöst bleibt, wie die Finanzverwaltung damit umgeht, wenn ein Gastwirt eine Rechnung über 180 Euro auf zwei Rechnungen (ohne Angabe seines Namens und der Adresse) aufsplittet, um von der Vereinfachungsregelung Gebrauch zu machen (z. B. eine Rechnung für Getränke à 80 Euro und eine Rechnung für Speisen à 100 Euro).

Bewirtungsaufwendungen sind Betriebsausgaben

Die Bewirtungsaufwendungen, die alle Pflichtangaben erfüllen, sind grundsätzlich in vollständiger Höhe als Betriebsausgaben abzugsfähig. Ebenso steht den bewirtenden Unternehmern der Vorsteuerabzug zu. Durch die Regelung des § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG reduziert sich jedoch der steuerliche Betriebsausgabenabzug auf 70 % der Aufwendungen. Die restlichen 30 % der Nettoaufwendungen einer Bewirtungsrechnung werden als so genannte nichtabzugsfähige Betriebsausgaben außerhalb der Bilanz dem Gewinn hinzugeschlagen. An dieser Regelung ändert sich nichts.

Schlagworte zum Thema:  Bewirtung, Aufwendungen, Beleg, Betriebsausgaben

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