28.11.2011 | Buchführung & Kontierung

Arbeitslohn von A bis Z: Zinsersparnisse

Teil 23: Wie die Finanzverwaltung bei Arbeitgeberdarlehen verfährt, falls die Darlehensgewährung nicht zur Produktpalette des Arbeitgebers gehört und damit der Rabatt-Freibetrag von 1.080 EUR gilt.

Gewährt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter ein Darlehen zu einem marktüblichen Zinssatz, erlangt der Arbeitnehmer keinen lohnsteuerlich zu erfassenden Vorteil.

Andernfalls bemisst sich der geldwerte Vorteil nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem marktüblichen Zins und dem Zins, den der Mitarbeiter im konkreten Einzelfall zahlt. Grundsätzlich ist für die gesamte Vertragslaufzeit der Zinssatz bei Vertragsabschluss maßgebend. Etwas anderes gilt, wenn ein variabler Zinssatz vereinbart ist.

Aus Vereinfachungsgründen wird es nicht beanstandet, wenn für die Feststellung des marktüblichen Zinssatzes die bei Vertragsabschluss von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Effektivzinssätze herangezogen werden. Dabei sind die Effektivzinssätze unter «Neugeschäft» maßgebend. Von dem sich danach ergebenden Effektivzinssatz kann ein Abschlag von 4 % vorgenommen werden. Zwischen den einzelnen Arten von Krediten (z. B. Wohnungsbaukredit, Konsumentenkredit) ist zu unterscheiden.

Andernfalls kann, als Maßstabszins die nachgewiesene günstigste Marktkondition für Darlehen mit vergleichbaren Bedingungen am Abgabeort unter Einbeziehung allgemein zugänglicher Internetangebote von Direktbanken zugrunde gelegt werden. In diesem Fall darf der 4-prozentige Bewertungsabschlag allerdings nicht abgezogen werden.

Praxistipp:

Vorteile aus zinsverbilligten Arbeitgeberdarlehen sind bis zu 44 EUR monatlich steuerfrei. Außerdem gilt eine Bagatellregelung für Zinsvorteile aus Darlehn bis zu 2.600 EUR.

(BMF, Schreiben v. 1.10.2008, BStBl 2008 I S. 892)

Aktuell

Meistgelesen