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Arbeitslohn von A bis Z: Nettolohnabrede

Serie, Teil 15: Üblich ist die Vereinbarung eines Bruttolohns, der nach Minderung um die gesetzlichen Abzüge den an den Arbeitnehmer auszuzahlenden Nettolohn ergibt. Stattdessen kann aber ein Nettolohn vereinbart werden.

Nettolohn ist der Betrag, der ohne Minderung um die gesetzlichen Abzüge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf Kirchensteuer und den Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag) an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird.

Steuerrechtlich setzt eine Nettolohnvereinbarung voraus, dass der Nettobetrag fest vereinbart ist und der Bruttobetrag bei gleich bleibender Höhe des Nettobetrags veränderlich ist , arbeitsrechtlich dann eine sog. originäre Nettolohnvereinbarung vorliegt. Sie wird steuerlich sowohl für laufende als auch für sonstige Bezüge anerkannt; sie gilt sowohl bei Barlohn als auch bei Sachbezügen.

Auf Grund der arbeitsvertraglichen Verpflichtung übernimmt der Arbeitgeber bei einer Nettolohnvereinbarung die gesetzlichen Abzüge zusätzlich zu dem als Nettolohn auszuzahlenden Betrag, ohne deshalb zum Schuldner der Steuerabzugsbeträge zu werden. Deswegen muss der Nettolohn für die Besteuerung auf einen Bruttolohn hochgerechnet werden. Die Vereinbarung eines Nettolohns befreit den Arbeitnehmer im Verhältnis zum Finanzamt und zur Beitragseinzugsstelle nicht von der gesetzlichen Abzugspflicht; er bleibt Schuldner der Steuerabzüge.

Bei einer Nettolohnvereinbarung wird der Nettolohn als konstante Größe geschuldet. Führen Heirat, Geburt eines Kindes oder Scheidung und sonstige Veränderungen der persönlichen Verhältnisse des Arbeitnehmers zu einer Änderung der Steuerbelastung, kann i. d. R. nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass der Arbeitgeber eine höhere Belastung trägt oder der Arbeitnehmer einen höheren Nettobetrag erhält. Gesetzliche Änderungen, die auf die Höhe der Steuerabzüge Einfluss haben, wie z. B ein Solidaritätszuschlag, bleiben auf den auszuzahlenden Nettobetrag ohne Einfluss, wenn der Arbeitgeber sich uneingeschränkt zur Übernahme der Steuerabzüge verpflichtet hat.

Tipp:

Die Lohnsteuer ist auch bei Nettolohn aus dem Bruttoarbeitslohn zu errechnen. Die vom Arbeitgeber übernommenen Abzugsbeträge sind zusätzlicher Arbeitslohn (H 19.3 LStH). Übernimmt der Arbeitgeber die Lohnsteuer, so ist maschinell oder mit Hilfe einer Lohnsteuertabelle der Bruttolohn zu ermitteln, der vermindert um die Lohnsteuer den ausgezahlten Nettobetrag (Nettolohn) ergibt. Übernimmt der Arbeitgeber auch die Kirchensteuer oder eine andere Zuschlagsteuer i. S. d. § 51a EStG und die Arbeitnehmeranteile am Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung, so sind diese Beträge bei der Ermittlung des Bruttolohns einzubeziehen.

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